SaschaSalamander

Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: Kinder

Evies Garten

Klappentext: Seit die zehnjährige Evie ihre Mutter verloren hat, kommt ihr die ganze Welt kalt, grau und leblos vor. Der Umzug in eine neblige Kleinstadt mitten im Nirgendwo macht das alles nicht besser. In diesem seltsamen Ort liegt die neue Apfelplantage von Evies Vater, auf der nur alte, knorrige Bäume stehen, die nicht mehr blühen. Doch dann findet Evie einen Freund - Alex, der behauptet, ein Geist zu sein. Ist das wirklich möglich? Und gibt es einen Grund, warum die Stadt so kalt und grau ist? Evie und Alex entdecken das Geheimnis des Nebels und der leblosen Bäume ... 

EVIES GARTEN ist ein Kinder- und Jugendroman, der jedoch auch älteren und erwachsenen Lesern sehr gut gefallen wird. Er erzählt davon, wie die Protagonisten mit dem Verlust eines geliebten Menschen umgehen. Tod, Verlust und Trauerbewältigung ist ein allgegenwärtiges Thema. Da gibt es zum Beispiel die alte Maggie, deren Bruder Rodney kürzlich gestorben ist und dessen Geheimnis sie nun an Evie übergeben soll. Auch Alex trägt eine schwere Bürde mit sich, die gegen Ende des Buches zu einem spannenden Twist wird. Und als Maggie aus ihrer Kindheit erzählt, handelt auch diese von sehr viel Trauer, Trennung, gebrochenen Versprechen und Menschen, die plötzlich einfach verschwinden. 

Obwohl das Thema sehr ernst ist, verspricht das Buch Hoffnung. Es ist traurig, auch ein wenig schwermütig, aber es nimmt den Leser an die Hand und spendet Trost. Es zeigt, dass es in Ordnung ist zu trauern, und es zeigt, welche Methoden Menschen dabei anwenden. Man klammert sich zum Beispiel an Gegenstände, Fotos, Gerüche, oder man vergräbt sich in Arbeit, verliert vielleicht sogar die Freude am Leben, vergisst die Menschen um einen herum, man verliert den Glauben an Magie und das Schöne im Leben, sehnt sich vielleicht sogar selbst nach dem Tod. 

Aber das Buch zeigt, dass es einen Ausweg gibt, nämlich das Leben selbst. Alle Betroffenen geraten in EVIES GARTEN an den Punkt, wo sie sich entscheiden müssen, was ihnen wichtiger ist - die Arbeit oder die Mitmenschen ... der Tod oder das Leben ... die Depression oder die Hoffnung. Nein, es ist kein leichter Weg, und es wird hier niemals verharmlos oder als einfach dargestellt. Es ist schwierig, und es tut weh, und es kommt nicht über Nacht. Aber es ist möglich. Es gibt Hoffnung, und jeder darf sie in diesem Buch finden, egal wie der Verlust aussah, und egal wie er / sie den Verlust zu kompensieren versuchte ... 

Ich bin im Nachhinein begeistert und berührt, wie sensibel alles umgesetzt wurde. Es sind sehr tiefgreifende Inhalte, und es werden elementare Fragen angesprochen, jedoch auf eine Weise verpackt, dass auch Kinder sie verstehen und diskutieren können. 

Abgesehen von diesen Elememten beinhaltet das Buch auch ein wunderschönes Märchen vom Wünschen, Sehnen, Hoffen. Es erzählt vom Garten Eden, den jeder in sich trägt. Auch gefällt mir, dass das Buch auf verschiedene Weise interpretiert werden kann. Ist es nun Fantasy, oder ist alles realistisch erklärbar? Da wird wohl jeder Leser seine eigene Wahrheit darin sehen, Kinder eine andere als Erwachsene, Träumer eine andere als Realisten. 

Für Erwachsene ist das Buch einfach nur wunderschön, um es an einem gemütlichen Abend zu lesen, dazu ein warmer Tee und ein bisschen SoulFood. Für Jugendliche zum Selberlesen. Die Kapitel sind kurz, die Sprache ist sehr einfach, sodass es auch ideal zum Vorlesen ist. Gerade für jüngere Kinder ist das Buch perfekt, um mit ihnen ins Gespräch zu kommen, etwa wenn sich kürzlich ein Todesfall ereignet hat oder bald zu erwarten ist. Es wird dem Leser leicht gemacht, sich in Eva und Alex hineinzuversetzen, sodass es ermöglicht wird, eigene Gefühle (auch die negativen, wie womöglich Todessehnsucht, Angst, Hoffnungslosigkeit) auf die Protagonisten zu übertragen und auf diese Weise darüber zu reden, aus sich herauszukommen und es gemeinsam mit dem vorlesenden Elternteil zu verarbeiten. 


SaschaSalamander 18.09.2013, 08.39 | (0/0) Kommentare | PL

Wir lieben die Freiheit

ROCKY UND SEINE BANDE ist eine neue Comicreihe für Kinder, die neben sympathischer Unterhaltung für die Kleinen auch viel Gesprächsanregungen beinhaltet. Mir waren die einfachen, stilisierten Zeichnungen auf dem Cover sofort sympathisch, und die Idee dahinter gefiel mir. Also habe ich mir die ersten beiden Bände einmal angesehen und möchte sie Euch nun nicht nur vorstellen, sondern auch gerne ans Herz legen. 

Autor der Reihe ist Stephan Valentin, der bereits mehrere Ratgeber für Eltern veröffentlichte und für sein Werk "Vielfarben" mit dem >Bettina-von-Arnim-Preis< für Kurzgeschichten ausgezeichnet wurde

Jean-Claud Gibert dürfte vielleicht nicht dem Namen nach, aber auf jeden Fall mit seinen Werken, all meinen Lesern hier bekannt sein: er illustriert Kinderbücher, und unter anderem auch den kleinen Elefant >BABAR<.

Rocky ist ein süßer Hund, der mit seinen menschlichen Freunden Abenteuer erlebt. Im ersten Band WIR LIEBEN DIE FREIHEIT besuchen die Freunde einen Zoo, und Rocky wartet mit der fußkranken Oma draußen im Park. Doch heimlich schleicht sich Rocky auf das Gelände, wo er all die eingesperrten Tiere sieht. Er freundet sich mit der alten Elefantendame an und erfährt, dass sie so gerne zurück nach Afrika möchte. Rocky will ihr helfen, aber wie soll man einen Elefanten heimlich aus dem Zoo schmuggeln? 

Ich bitte um Verzeihung, falls jemand das Folgende als Spoiler empfindet. Ich denke, da es für sehr junge Kinder gedacht und so kurz ist, kann ich direkt auf das gesamte Büchlein eingehen ;-)

Der Comic ist sehr klein und dünn, und ich war skeptisch, wie man eine ausreichende Handlung auf so wenigen Blättern transportieren konnte. Aber es ist möglich und wirklich herzallerliebst! In nur sehr wenigen Bildern gelingt es dem Autorenteam, die einzelnen Freunde mit ihren unterschiedlichen Charakteren darzustellen und nebenbei sehr viel Gesprächsgrundlage einzubinden. Der kluge Zoowärter, der freche Tim, die niedliche Rosalie, die schlaue Mia, der genäschige Enzo, der freundliche Lehrer. Klassische Stereotype, die aber sehr sympathisch umgesetzt wurden und den Kindern flink als Identifikationsfiguren dienen können und in denen jeder seine Klassenkameraden wiedererkennt. 

Auf nur 46 sehr kleinen Seiten (kleiner als Din A 5) mit maximal vier Panels lernt man die Charaktere kennen, macht Rocky einen Streifzug durch den Zoo, erfährt man viel Wissenswertes über verschiedene Tierarten und eine menschenverachtende Weltausstellung 1931, führen die Kinder ein Gespräch mit ihrem Lehrer, wird ein Fluchtplan ausgeheckt, der Elefant befreit und wieder eingefangen, führen die Kinder zu Hause Gespräche über Rockys seltsame Verhalten seit dem letzten Zoobesuch, gibt es letztendlich ein Happy End. Wow, das klingt, als wäre alles komplett gedrückt und gequetscht, aber in keinem Moment hatte ich das Gefühl, dass da etwas zusammengestaucht wurde. 

Der Autor hat die Geschichte auf seine wesentlichen Elemente reduziert und ermöglicht es dadurch, dass die Aussage auch wirklich den Kern trifft. Nämlich die Frage nach Freiheit. Es geht nicht nur um Freiheit und Gefangenschaft sondern auch die Freiheit des Denkens und Handels. Und die Frage, wo diese endet, nämlich dort, wo die Freiheit und das Recht des anderen eingeschränkt wird. So beschrieben, dass auch junge Kinder es begreifen und mit ihren Eltern oder Lehrern darüber diskutieren können. 

Die Zeichnungen sind im Gegensatz zu Comics für Erwachsene sehr simpel gehalten, recht vereinfacht und niedlich, genau richtig, um nicht vom Thema abzulenken und Kinder nicht zu überfordern. 

Natürlich ist da noch die wichtige Frage, ob ein Zoo nun gut oder schlecht ist, ob man Tiere einsperren darf oder nicht. Diese Frage kann so einfach nicht beantwortet werden, und ich finde es gut, dass hier nicht gewettert wurde "alle Zoos sind böse" oder verharmlost "ein Zoo ist wichtig für die Arterhaltung, also ist er gut", sondern ein schönes Gleichgewicht gehalten zwischen beiden Optionen. Das sind dann weiterführende Inhalte, die Eltern gerne vertiefen können und die sich ältere Kinder dann auf jeden Fall stellen werden, während sie diesen Comic lesen. 

Am Ende des Büchleins finden sich drei Seiten mit Informationen, die das Thema nicht im Comicstil bearbeiten sondern alles noch einmal sachlich aufarbeiten und erklären. 

Ich hatte mich zwar auf den Comic gefreut, aber am Ende war ich wirklich erstaunt, wie präzise und warmherzig Autor und Zeichner die Inhalte für die jungen Leser aufzeigen konnten. Eine ganz klare Empfehlung für die Jüngste und deren Eltern :-)

SaschaSalamander 17.09.2013, 08.42 | (0/0) Kommentare | PL

Marko Simsa - Karneval der Tiere

>Marko Simsa<, das ist für mich gleichbedeutend mit "klassische Musik für Kinder". Er bringt Kindern Musik näher, spielerisch und lehrreich vermittelt er Kenntnis über Instrumente, Musikstile und einzelne Werke. In meiner Kindheit kannte ich ihn leider noch nicht, lernte seine CDs erst als Erwachsene kennen. Aber wannimmer ich etwas von ihm höre, möchte ich wieder Kind sein und staunend in die Wunder der Musik eingeführt werden. 

Daher freute ich mich über die Neuauflage des >KARNEVAL DER TIERE< von Camille Saint-Seans, eine meiner liebsten symphonischen Dichtungen. Schon als Jugendliche habe ich den Karneval gehört (leider ohne Beschreibung zu den Inhalten, doch die Musik sprach für sich), es als Erwachsene gelegentlich wieder aufgelegt. Ganz zu schweigen davon, dass manche der Melodien uns im Alltag begleiten, ob nun Werbung, Handydudel oder TV-Untermalung (oder man denke gar an die Jojo-Flamingos aus Disneys Fantasia). 

Die Musik des KARNEVAL DER TIERE spricht eigentlich für sich. Wenn man den Marsch der Löwen hört, dann sieht man sofort die majestätischen Tiere mit ihrer prachtvollen Mähne, hört ihr Gebrüll. Beim Aquarium sieht man die bunten Fische vor dem geistigen Auge, hört die perlenden Bläschen nach oben steigen. Der Schwan mit seinen anmutigen Bewegungen, der lautlos über das Wasser gleitet und all die anderen Szenen, eigentlich bedürften sie gar keiner Erklärung. 

Doch um es für Kinder verständlicher zu machen und sie spielerisch zu animieren, erzählt Simsa dazu eine quirlige Geschichte. Die Affenkinder begleiten den Umzug, freunden sich mit anderen Tierkindern an, beteiligen sich an dem großen Marsch, es ist eine wahre Freude, die kleinen Texte zwischen der Musik zu hören, und ich war oft versucht, mitzumachen, wenn die Kinder angeregt werden, ebenso zu brüllen wie der Löwe, zu hüpfen wie das Känguru. Die Kuckucks wurden als Versteckspiel gehalten, sie haben sich im Wald in den Bäumen verborgen, und das Spiel besteht darin, sie alle zu finden, wenn sie "Kuckuck" rufen. Na, wie viele Kuckucks verstecken sich im Wald? ;-)

Eine kleine Änderung wurde vorgenommen, aber die begrüße ich von Herzen: die Fossilien fand ich schon als Kind seltsam. Was haben tote Gebeine zwischen all den lebendigen Tieren zu suchen? Die Vorstellung, wie irgendwelche Knochenablagerungen tanzen und marschieren, finde ich auch heute noch seltsam. Statt dessen hat man hier die Affen auf ihrem selbstgebastelten Xylophon spielen lassen, das passt hervorragend zur restlichen Geschichte und ist auch nachvollziehbarer, greifbarer.

Die Musik geht ins Ohr, die Erzählung ist witzig. Und wenn man fertig ist mit dem letzten Track, spielt man die CD wieder von vorne. Während das bei anderen Titeln wohl schnell lästig wird, dürften Eltern sich in diesem Fall nicht daran stören, denn Marko Simsa kann man tatsächlich immer wieder anhören, seine Stimme klingt angenehm und unaufdringlich, die Musik wird im Gegensatz zu so mancher Kinderkassette nicht nervig. Mit anderen Worten: diese CD gehört einfach in jedes Kinderzimmer. Und wenn man Spaß an kindlicher Freude an dieser Form von Musik hat, dann gehört sie auch in das Regal von Erwachsenen ;-)


SaschaSalamander 16.09.2013, 08.31 | (0/0) Kommentare | PL

Chi´s sweet home

Auf der Suche nach einem Geschenk für einen Katzen- und Mangafan stieß ich kürzelich auf CHI´s SWEET HOME. LOVELESS mit Catboys war schon bekannt, WHAT´s MICHAEL haben wir schon im Haus, GARFIELD haben wir auch alles durch, SIMON´S CAT haben wir auch haufenweise im Regal, und auch sonst sind wir mit Katzenzeugs haufenweise eingedeckt. Mir persönlich schon etwas zuviel Katze irgendwann, aber ich gebe zu, Chi hat mein Herz im Sturm erobert ;-)

CHI´S SWEET HOME erzählt von einer kleinen Katze, die bei einem Spaziergang den Anschluss an ihre Mama verloren hat und nun hilflos durch die Straßen irrt. Da trifft sie den kleinen Yohei, der sie findet und mit nach Hause nimmt. Eigentlich darf Familie Yamada keine Katzen in der Wohnung halten, doch alle Versuche, einen Abnehmer für das niedliche Tierchen zu finden, sind vergeblich. Also darf Chi, wie die kleine Dame genannt wird, letztendlich bei ihrer neuen Familie bleiben. Dort erlebt sie viele Abenteuer, die ihr kleines Kätzchenleben ganz schön durcheinanderwirbeln. 

Für 13,95 Dollar ist der Manga nicht gerade billig, in Deutschland ist er noch nicht erscheinen. Englischkenntnisse sind also Pflicht (wobei man vieles auch ohne Text verstehen dürfte, die Bilder sind sehr aussagekräftig). Aber immerhin ist Manga komplett koloriert, da lohnt sich die Investition schon wieder. Auch ist die Reihe bereits abgeschlossen, 9 Bände hat die komplette Serie. 

Der Manga wurde seit 2004 in Japan in einzelnen kleinen Kapiteln veröffentlicht. Seit 2008 darf Chi auch über den Bildschirm tollen, in kleinen Episoden von gerade einmal 3 Minuten. Aber, ehrlich gesagt, ich glaube, mehr wäre auch eine Überdosis, es ist einfach ZU niedlich und herzerweichend!

Die Zeichnungen sind allerliebst. Es ist so niedlich, dass man das kaum beschreiben kann, trotzdem gehört es nicht in die "Karies"-Fraktion sondern besticht einfach durch den Charme und das fluffige Aussehen des Kätzchens. Die geschilderten Szenen dürften allen Katzenhaltern durchaus bekannt sein: wenn das Kätzchen erst mit den Schuhen spielt und dann darauf einschläft. Das Spiel mit Flummis. Der schreckliche Gang zum Tierarzt. Das Angewöhnen an das neue Katzenklo und viele weitere Momente. Witzig auch der Vergleich zwischen Chi und Yohei, beides noch Kinder, die vieles im Leben erst lernen müssen und viele ihrer Entwicklungsschritte gemeinsam durchleben. 

Die Sprache ist einfach zu verstehen, auch mit geringen Kenntnissen der englischen Sprache. Allerdings muss man ein wenig "um die Ecke" denken, da sehr viel lautmalerisch gehalten ist, ähnlich den >LolCats<, etwa "oh my gawd" (oh my god) oder "Let´s pway" (lets play), wodurch natürlich kindliche Sprache symbolisiert werden soll, die es nochmal einen Tick niedlicher macht als sowieso schon. 

Eine durchgehende Handlung hat der Manga weniger, man könnte auch gut einzelne Kapitel vertauschen, ohne dass es auffiele. Ich weiß nicht, ob Chi im Laufe der 9 Bände so jung bleibt oder das Leben des Kätzchens vorangeht und das Tier älter wird, kann also nur den ersten Band beschreiben. 

Für Katzenfans ist der Manga ein ab-so-lu-tes MUSS in jedes Regal. Für alle anderen empfehle ich, vorher mal einen kleinen Blick hineinzuwerfen, denn es ist schon seeeeehr katzenlastig. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendjemand nicht von Chi begeistert sein könnte, dieses kleine Tierchen dürfte wirklich JEDES Herz erweichen! 

Googelt mal ein wenig nach Bildern und Videos, da werdet Ihr ganz schnell fündig und süchtig ;-)


SaschaSalamander 16.08.2013, 08.42 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

House of Secrets 01

Nach dem beruflichen Abstieg des Vaters müssen Brendan, Eleanor und Cordelia mit ihren Eltern umziehen. Sie sind wenig begeistert von der Situation, doch das neue viktorianische Haus weckt sofort ihre Neugier. Sie ahnen nicht, was ihnen bevorsteht: nach einem dramatischen Angriff der Windfurie werden die Geschwister zusammen mit dem Haus herumgewirbelt und von einem fantastischen Schauplatz an den nächsten befördert. Aufregende Abenteuer stehen ihnen bevor, als die Wilden Horden aus einem Buch lebendig werden, als ein Militärpilot aus einem anderen Roman sich ihnen anschließt, als Skelette zum Leben erwachen, Riesen das Haus bedrohen und Piraten angreifen. Werden die Kinder wieder nach Hause kommen?

Eine Geschichte, die sofort unzählige Erinnerungen weckt: ZAUBERER VON OZ, JUMANI / ZATHURA, TINTENHERZ; NARNIA, SPIDERWICK, FABELHEIM, GEHEIMNIS DER 1000 PFORTEN. Die Reihe ließe sich sicher noch lange fortsetzen. Aber das macht nichts, denn es ist ein gutes Grundrezept, das sich bisher immer bewährt hat: Kinder geraten in eine fremde Welt, in der sie spannende Abenteuer bestehen müssen. Das bietet sehr viel Raum für Fantasie, Szenenwechsel und jede Menge Spannung, und genau deswegen liebe ich solche Titel. 

Chris Columbus weiß als Regisseur, Produzent und Drehbuchautor seine Zuschauer in Filmen wie KEVIN ALLEIN ZU HAUS, NACHTS IM MUSEUM, HARRY POTTER, MRS DOUBTFIRE, DER 200 JAHRE MANN, PERCY JACKSON, GREMLINS, GOONIES zu verzaubern, und ich war neugierig, was er nun als Romanautor erschaffen würde. Immerhin haben viele seiner Filme mich schon von Kind an begleitet und stehen heute als Favoriten in meinem Regal. Und wie erwartet, er weiß was die jungen Leser wollen: Action, Spannung, mitreißende Szenen und knallbunte Effekte. 

Gut, im Buch lassen sich knallbunte Effekte nicht so gut umsetzen wie im Film, aber ihm gelingt es ganz wunderbar, die Szenen realistisch und greifbar zu schildern, sodass man sofort die passenden Bilder im Kopf hat (ich musste oft an HOOK von Spielberg denken, ebenso bildgewaltig stellte ich mir die Kulisse in HOUSE OF SECRET vor). Er wirbelt von einem Schauplatz zum nächsten und lässt dem Leser kaum Zeit zum Verschnaufen, hält die Spannung dauerhaft aufrecht, die Kamera (Erzählperspektive) immer perfekt gesetzt, schwenkt von einem Charakter zum nächsten und ermöglicht dadurch gelungene Szenenwechsel und die Identifikation des Lesers mit verschiedenen Figuren. 

Es steckt sehr viel Kreativität und Abenteuerlust in HOUSE OF SECRETS, ich war überrascht und angetan, welche scheinbar nicht zusammengehörigen Elemente sich so stimmig verbinden lassen. Ein Pilot aus dem Weltkrieg, ein Hausmädchen, Piraten, bärbeißige Reiterhorden, ein Riese, Sturmkönig und Windfurie, Abenteuer, Urban Fantasy und High Fantasy kunterbunt gemischt. Die Vielfalt, die ungewöhnlichen Ideen und mitreißenden "Actionszenen" sind die große Stärke des Buches, ich hätte es als Kind / Jugendliche geliebt und wäre absolut begeistert gewesen, hätte es vermutlich immer und immer wieder gelesen bzw gehört. 

Stefan Kaminski als Sprecher ist die perfekte Wahl, denn er ist eine lebende One-Man-Show. Ob alte Frau, knurriger Pirat, Gentleman, Womanizer, Sturmkönig, das kleine Mädchen, er hat sie alle in seinem Repertoire. Ihm gelingt es, die Atemlosigkeit des Buches 1:1 umzusetzen und alles zum Leben zu erwecken. 

Aber wer mich kennt und meine Rezensionen aufmerksam liest merkt, dass ich hier sehr distanziert beschreibe. Das liegt daran, dass das Buch mich rein sachlich absolut begeistert hat in seiner Machart, und dass ich es aus vollem Herzen jungen Lesern empfehlen möchte. Mir selbst ist es allerdings zu schnell, zu dicht. Aber das ist ein subjektiver Eindruck, denn auch Filme wie Madagaskar oder Bücher wie Percy Jackson sind mir zu vollgepackt und zu hektisch, trotzdem weiß ich deren Machart zu schätzen und verstehe die Begeisterung anderer Zuschauer / Leser. 

In HOUSE OF SECRETS erwarten den Leser also weniger die etwas ruhigere Fantasy von OZ oder der TINTENTRILOGIE als vielmehr die Nonstop Action von JUMANJI (das ich als Kind sehr geliebt und in Dauerschleife angesehen habe) und NACHTS IM MUSEUM. Genau richtig für kleine Abenteurer. Und auch, wenn ich viele kritische Stimmen gelesen habe, die der Ansicht sind, dass manche Szenen zu dramatisch für Kinder sind: ich bin der Ansicht, dass Eltern Kinder sowieso nicht einfach irgend etwas zum Konsum in die Hand drücken sondern bis zu einem gewissen Alter das Buch oder den Film vorab prüfen sollten. Und dann können die Eltern entscheiden, ob lebende Skelette oder das Herausoperieren von Pfeilspitzen aus dem Körper zu brutal sind oder das Kind damit umgehen kann. Denn jedes Kind ist anders ;-)

Zum Abschluss also: ein wunderbares, actionreiches Buch, in dem Chris Columbus alle Register der Blockbuster-Unterhaltung zieht und wirklich nichts auslässt. Wer es gerne etwas ruhiger mag, ist hier vermutlich schnell überfordert. Aber wer es bunt, abenteuerlich und wild liebt, der kommt hier voll auf seine Kosten!


SaschaSalamander 14.08.2013, 09.09 | (0/0) Kommentare | PL

Hotel Transsilvanien

Nachdem der Film HOTEL TRANSSILVANIEN schon so viele Bewertungen hat, wollte ich eigentlich gar nichts schreiben. Und eine lange, ausführliche, komplette Rezi werde ich auch nicht verfassen. Aber ein kleines Gegengewicht zu den begeisterten Stimmen möchte ich trotzdem verfassen. Auf Inhalt und Art des Films gehe ich nicht mehr näher ein, er dürfte bekannt sein, ansonsten kann man es überall ergoogeln ;-)

Vorab: nicht grundsätzlich schlecht, ich habe mich unterhalten, hier und da mal gelacht. Ich hatte meine Favoriten (Werwolfpapa und Blob), und die Zitate und Sprüche waren nicht übel. Es gibt viel zu sehen, viel zu entdecken in all dem Gewusel. Die Animationen sind gelungen, und ich kann mir vorstellen, dass er in 3D wirklich genial gewesen wäre auf der Leinwand.

Trotzdem konnte der Film mich nicht so wirklich überzeugen. Mag sein, dass ich altmodisch bin, aber ich finde, dass Hektik und Tempo kein Ersatz für eine gut durchdachte Handlung sind. Und in Sachen Handlung habe ich einiges vermisst. Klar, sie existiert, aber sie ist sehr flach und vorhersehbar, hat kaum eine Botschaft und bleibt - für mich zumindest - nicht im Gedächtnis, der Film ist nach dem Sehen bereits vergessen, weil er nicht wirklich etwas transportiert.

Es gibt viele Momente, die ... hm, sind es Anspielungen und Reminiszenzen oder abgekupferte Szenen? Ich denke, beides. Denn natürlich machen die Anspielungen gerade für Filmfans und Horrorfreunde einen Großteil des Filmes aus. Dennoch hatte ich stets das Gefühl "kenn ich" - "weiß ich" - "erzähl mir was Neues". Nein, dieser Film hat das Genre definitiv nicht neu erfunden, dafür umso mehr alles aufgewärmt, was es bereits gab (wo ist die Grenze zwischen "Aufwärmen" und "Persiflieren"?).

Ein weiteres Problem für mich war, dass ich mit den Protagonisten nicht wirklich mitfieberte. Das Mädchen blieb mir zu farblos (es wird stellenweise Tiefe vermittelt, wo im Grunde nur Klischees ausgebreitet werden, sie ist beliebig ersetzbar), der Junge war mir gar unsympathisch, Dracula überzogen. Es lag zum Teil wirklich daran, dass vieles so drastisch übersteuert war, zu aufgesetzt, too much. Vielleicht bin ich zu alt für den Film?

Was die Musik betrifft - oh ja, ich bin scheinbar wirklich zu alt. Ich bin sicher, dass viele Kids begeistert sein werden, aber meinen Geschmack traf es nicht wirklich. Bin mehr ein Anhänger der "ich will am Ende des Films ´nen Ohrwurm haben" - Fraktion, und das war in diesem Tempo nicht mehr wirklich möglich für mich.

Ja, ich verstehe, warum der Film seine Fans hat. Und er wurde liebevoll animiert. Er ist auch lustig. Aber um mich zu wiederholen: Tempo und Animation können eine eine vorhersehbare, flache Handlung leider nicht wettmachen.

Müsste ich ihn werten, gäbe es rund 3 Sterne
5 für liebevolle Animation
4 für interessante Anspielungen
3 für Unterhaltung, Humor
2 für Vorhersehbarkeit, Klischees
2 für Story
1 für überdrehte Hektik

SaschaSalamander 24.07.2013, 08.29 | (0/0) Kommentare | PL

Der Lorax

lorax02_1.jpgDER LORAX ist ein Kinderbuch von Dr. Seuss, aus dessen Feder unter anderem DER GRINCH oder HORTON HÖRT EIN HU stammen. DER LORAX wurde nun als Kinderfilm in 3D animiert und handelt von Ted, der in einer Welt ganz ohne Natur aufwächst, alles ist aus Plastik. Das Mädchen, in der er verliebt ist, würde alles tun für denjenigen, der ihr einen echten Baum besorgt. Also macht Ted sich auf den Weg, er verlässt die Stadt und trifft auf den Once-ler. Dieser erzählt ihm, weshalb es in Thneedville keine Bäume mehr gibt und was dagegen getan werden kann ...

Die Rahmenhandlung um Ted gefiel mir weniger. Sie ist simpel aufgebaut, extrem actionreich und eher von einem albernen Humor getragen. Auch die wundervollen Animationen können das für mich nicht wieder wettmachen. Wenn ich es richtig recherchiert habe, dann ist dieser Teil auch von den Machern hinzugefügt worden, während das Original nur vom Once-ler handelt und der Geschichte, die er Ted erzählt.

Der Lorax ist ein Naturgeist, beschworen in dem Moment, als der Once-ler damals den ersten Baum im Tal fällte. Die eigentliche Geschichte des Filmes handelt also davon, wie die Natur immer mehr ausgebeutet wird, die Tiere darunter leiden und die Raffgier der Menschen die Umwelt zerstört, bis nichts mehr übrig bleibt. Dieser Aspekt wurde sehr liebevoll umgesetzt. Es gelingt den Filmemachern, in diesen Szenen jede Menge Humor, Spannung und Abenteuer zu packen, auch ohne es wie in der Rahmenhandlung an Action und billigem Humor zu überfrachten.

Was mir an der Geschichte um den Lorax gefällt: es ist ein wenig altmodisch angehaucht, hat den Charme alter Kinderbücher und -filme, den ich in neuen Medien häufig vermisse. Dem entgegen steht die Handlung um Ted und die Plastikstadt, was ich wieder zu modern finde und was auch für mein Empfinden nicht wirklich zu der anderen Handlung passen will.

Ich denke, dieser Widerspruch wird gerade das sein, was viele Zuschauer mögen und wodurch sich verschiedene Zielgruppen für diesen Film begeistern können. Für meinen Geschmack allerdings hätte man sich rein auf den Once-ler und den Lorax konzentrieren sollen, denn man hätte diese Geschichte noch deutlich ausbauen können. Zugegeben, die Botschaft kommt nicht gerade auf leisen Pfoten sondern knallt dem Zuschauer plakativ ins Gesicht. Aber die Umsetzung ist einfach süß und witzig, unterhaltsam und wirklich liebevoll animiert, für Kinder eben und für die, die im Herzen Kind geblieben sind.

Markant ist im Deutschen die Stimme des Lorax. Mit Erstaunen stellte ich fest, dass Danny DeVito, den ich für sein Schauspiel sehr bewundere, auch im Deutschen die Synchronstimme stellte. War ich anfangs über den seltsamen Akzent des Geistes verwundert, so war ich im Nachhinein wirklich begeistert, ich fand das eine sehr gelungene Umsetzung. Auch für die italienische, russische und spanische Übersetzung stellt er seine Stimme zur Verfügung.

Alles in allem ein Film, der mir durchwachsen gefiel. Ein Teil davon konnte mich durchweg begeistern, ich hätte ihn mir sofort ins Regal gestellt. Der andere Teil war eben ein modern animierter, überladener Kinderfilm, wie es heute schon zuviele gibt, nicht schlecht aber nichts Besonderes. Aber gut, ich bin auch nicht die Zielgruppe, und diese dürfte sich im Gegensatz zu mir sehr über Teds Abenteuer amüsieren. Von daher halte ich die Idee, die etwas altbackene Geschichte mit einem peppigen Rahmen zu versehen für durchaus gelungen ;-)

5,5 von 10 Truffala-Samen

SaschaSalamander 12.04.2013, 08.47 | (2/2) Kommentare (RSS) | PL

Hugo Cabret

Ein ganz wunderbarer Film, dessen Bilder und Handlung mir noch immer im Gedächtnis sind, obwohl es schon einige Zeit her ist, dass ich ihn sah. Es wäre schade um die Notizen, denn der Film ist ein kleines Meisterwerk, das jeden Zuschauer verdient hat :-)

Hugo Cabret lebt im Bahnhof von Paris. Sein Vater, Uhrmacher, ist verstorben, seitdem lebt er bei seinem Onkel. Doch dieser verschwand, und nun kümmert Hugo sich alleine um die Uhren am Bahnhof. Der Stationsvorsteher ist ihm ständig auf den Fersen, möchte ihn ins Waisenhaus bringen. Der Spielzeugmacher "Papa George" erwischt Hugo beim Stehlen, nun soll er für ihn arbeiten. Und damit beginnt eine Kette von Ereignissen, die das Leben aller Beteiligten verändern wird, ...

- Ben Kingsley, einer meiner Lieblingsschauspieler, hier wie gewohnt eine gemischte Rolle, weder gut noch böse. Sascha Baron Coen wie üblich schräg und witzig. Jude Law älter aber immer noch attraktiv, und Christopher Lee ebenfalls älter und ... naja, nicht attraktiv aber äußerst charismatisch

- Story beginnt sehr langsam, hat viele Nebenplots und muss erst in die Gänge kommen. Dabei wird es aber keine Sekunde langweilig, da sehr viele kleine Geschichten werden (viele Personen finden sich regelmässig am Bahnhof, etwa Musiker, Verkäufer etc, und sie alle erleben kleine Abenteuer)

- Gegen Ende wird die Handlung immer dichter, recht komplex, aber trotzdem sehr gut verständlich und auch für Kinder nachvollziehbar

- Die Bilder sind atemberaubend, 3D ist für den Film absolut gerechtfertigt. Ganz tolle Kameraeinstellungen und tolle Perspektiven, wunderschönes Eye-Candy

 -Steampunk-Optik, sehr viel Uhrwerk, Mechanik, Zahnräder, alte Uniformen

- selten aber vorhanden: Anachronismus, der ins Auge fällt, wenn man genau hinsieht, vielleicht absichtlich, vielleicht kleine Drehfehler. Aber niemals störend

- sowohl die Bilder als auch die Musik und die Handlung laden den Zuschauer zum Träumen ein. Anfangs symbolisch, gegen Ende ganz offensichtlich und direkt, da dies eine der Kernaussagen des Filmes ist

- aus Spoilergründen kann ich nicht exakt sagen, worum es geht. Aber: Hugo ist nur ein Vorwand, um eigentlich eine sehr viel größere Geschichte zu erzählen. Ich habe nach dem Film recherchiert und einiges herausgefunden. Es ist keine Fiktion, sondern tatsächlich die spannende Biographie eines Menschen, von dem ich noch nie zuvor gehört hatte, der jedoch sehr großen Einfluss auf (... Spoiler) ... genommen hat und dessen Name zu Unrecht vergessen wurde ... dieser Film setzt ihm ein würdiges Denkmal

SaschaSalamander 26.03.2013, 09.14 | (0/0) Kommentare | PL

Ponyo

Kürzlich habe ich PONYO gesehen. Als Ghibli-Fan ein Muss, und ich war sehr neugierig auf diesen Titel, zumal einer der letzten unter der Regie von Hayao Miyazaki (sein Sohn hatte mich später mit ERDSEE ja dann doch etwas enttäuscht). Ghibli, das heißt für mich TOTORO, das heißt CHIHIRO, NAUSICAA, MONONOKE, DAS WANDELNDE SCHLOS, KIKI und viele andere. Und Miyazaki, das heißt für mich HEIDI und andere Filme des WMT. Ghibli und Miyazaki, das bedeutet für mich Kindheit. Dazu die Musik von Joei Hisaishi, die mich immer wieder aufs Neue verzaubert und mir Gänsehaut beschert. Wenn ich schon nicht Lust auf eine volle Rezension habe (möchte mal wieder das Wochenende gemütlich genießen und lieber lesen statt schreiben), dann möchte ich wenigstens kurz meine Gedanken sortieren, um den Film für mich abzuschließen, und um Euch meine Meinung nicht vorzuenthalten ;-)

Handlung: das Fischwesen Brunhild flieht vor seinem Vater und landet an der Meeresoberfläche, wird vom kleinen Jungen Sosuke in einem Eimerchen gefangen. Der Junge kümmert sich liebevoll um das Tierchen, das er Ponyo nennt. Doch der Vater, ein Magier, holt es zurück in seine Welt. Ponyo will aber unbedingt ein Mensch werden und zurück auf die Erde. Hierfür aktiviert sie all ihre magischen Kräfte. Zuviel, denn dadurch gerät das Gleichgewicht der Natur in Unordnung, der Mond droht auf die Erde zu stürzen, ein gewaltiger Tsunami vernichtet das Land. Nur die Liebe des Jungen zu seiner Freundin kann die Welt wieder ins Gleichgewicht bringen, ...

- Zeichnungen sehr ungewöhnlich: viel mit wasserfarben- und buntstiftartigen Bildern, einiges wirkt skizzenhaft, anderes dagegen sehr klar und typisch Zeichentrick. Interessante Mischung, die was von Kunst hat und mir sehr gefällt

- Ponyo als Protagonistin ist leider sehr "unfertig" von den Zeichnungen, mal die Haare lang, mal kurz, mal ist sie hässlich, mal hübsch, mal niedlich. Ist inhaltlich zwar begründet, trotzdem hätte ich mir mehr Kontinuität gewünscht

- Ghibli hat Titel für Kinder, für die Familie und teils eher für erwachsenere Zuschauer. Ponyo ist wirklich eher rein für Kinder. Für Erwachsene stellenweise etwas zu langgezogen, ohne die Handlung zu vertiefen

- Handlung lässt sich sehr grob zusammenfassen. Es wird enorm viel angedeutet und angeschnitten, aber es fehlt einfach die Tiefe. Auf mich wirkte der Film trotz seiner Länge inhaltlich stark gekürzt. Es muss nicht alles erklärt werden. Aber ein bisschen mehr wäre schon nett gewesen. Vielleicht liegt es daran, dass es sich an Kinder richtet und diese manche Infos gar nicht benötigen, um den Film zu mögen. Oder daran, dass Japaner manche Dinge intutitiv verstehen, falls es Anspielung auf verschiedene Legenden und Mythen sind, die man hier in Europa nicht kennt.

- Es war sehr viel gemixt. Ich bin sicher, dass ich nicht alles erkannt habe, aber manches war auch wieder im Westen bekannt. So erinnerte die Musik deutlich an die Walküren von Wagner, auch der Name des Fisches - Brunhilde - zeigte deutlich Anleihen hieran (was das inhaltlich dabei verloren hatte, kann ich nicht sagen, ich fand es seltsam). Dann war da noch die kleine Meerjungfrau (Fisch will Mensch sein, Zauberkraft, Liebe kann erlösen, Flucht aus der Meereswelt, falls nicht klappt wird sie zu Schaumkronen). Was mir nicht auffiel, was ich aber dann mit einem "stirnpatsch" wiedererkannte (ich kenne das Märchen, aber es ist mir eben im Gegensatz zu westlichen Märchen noch nicht in Fleisch und Blut übergegangen), als ich ein wenig googelte, war der Bezug auf das Märchen der Otohime, der Schildkröte, welche vom japanischen Fischer Urashima gerettet wird und ihn in seine Welt entführt. Andere Ghiblifilme nehmen sich meist nur eines Themas oder einer Literaturvorlage an, hier wurde einfach zuviel durcheinandergewürfelt, das führt zu einiger Verwirrung und dazu, dass die Inhalte auf der Strecke bleiben.

- der typische Ghibli-Zauber konnte mich an manchen Szenen erfassen, da wurde mir ums Herz warm und musste ich ganz breit lächeln. Aber manchmal zog es sich eher etwas dahin, ging der Glanz verloren.

Naja, es kann nicht jeder Ghibli ein Meisterwerk sein, es muss auch normal gute Filme geben. Wäre es ein normaler Film, hätte er von mir vermutlich 4,5 Sterne bekommen, als Ghibli fällt es mir schwer, mehr als 3 zu geben. Bin einfach Besseres von Miyazaki gewohnt. Ich fand es schön, ihn gesehen zu haben, in meine Sammlung wird er aber nicht kommen, ...


SaschaSalamander 01.03.2013, 08.32 | (0/0) Kommentare | PL

Die Olchis - Witze aus der Pfütze

>DIE OLCHIS< sind mir schon oft in der Buchhandlung begegnet, hier und da habe ich einen Blick in die Bücher geworfen. Ich finde die kleinen Gesellen richtig schräg und die Idee dahinter toll, und ich hätte sie als Kind ganz sicher geliebt. Ich habe alles geliebt, was nicht regelkonform war, und die Olchis mit ihrem unanständigen Verhalten wären mir da gerade recht gewesen. Ich finde, Kinder haben das Recht, sich dreckig zu machen und auch mal unanständige Wörter zu sagen, das gehört zum Kindsein dazu :-)

Neugierig habe ich >DIE WITZE AUS DER PFÜTZE< gehört. Die "Handlung" ist eigentlich nur ein netter Rahmen: die Kinder der Schmuddelfinger Grundschule treten im Team gegen die Olchis an, es gilt die besten Witze-Erzähler zu ermitteln.

Es ist köstlich! Die Olchis erzählen natürlich eher "dreckige" Witze, rund um Schlamm, Schleim, Schmutz, Fürze und Gestank. Die Kinder dagegen eher "normale" Witze. Aber beide Parteien sind großartig, und die Witze sind prima erzählt.

Für Erwachsene Witzfreunde dürften die Einlagen alle bekannt sein, für mich waren nur ein oder zwei neue dabei, die anderen kannte ich schon. Aber das macht nichts, ich habe sie trotzdem sehr gerne wieder gehört, sie sind einfach witzig erzählt. Außerdem macht es Spaß zu lachen, ob man einen Witz schon kennt oder nicht.

Und Kinder dürften die Witzesammlung lieben, sie ist herrlich unkonventionell und frech. Ich kann mir vorstellen, dass Kids diese CD rauf und runterhören, sich die Witze gegenseitig in der Schule erzählen und immer wieder darüber lachen. So, wie ich auf dem Schulhof immer wieder darüber gelacht habe. Ach, es kamen bei mir sehr viele Erinnerungen hoch, als ich die Scherze hörte ...

Was mir gefiel waren die Sprecher. Die Olchis waren sowieso sehr witzig, aber auch den Kindern der Grundschule hörte man an, dass sie mit vollem Einsatz bei der Sache waren und richtig Spaß daran hatten, mitzuwirken. So soll es sein, und das überträgt sich auf die Hörer :-)

Der Titelsong der CD ist klasse, und ich habe ihn mir sofort auf den Player in meine Sammlung "schräger" Songs gepackt. Ich habe nämlich einen Ordner mit Titeln, die ich immer dann höre, wenn ich ein paar kuriose Texte brauche, um die Absurditäten des Alltags wieder ein wenig geradezurücken (erst diese Woche führte ich ein Gespräch mit der zukünftigen deutschen Königin). Und seitdem habe ich einen Ohrwurm rund um "Fliegenschiss und Olchifurz, das Leben ist doch viel zu kurz, wir lieben Schlick und Schlamm und Schlaaaaa-haaaim, das Leben kann nicht schöner sein" ...

Wertung: 9 von 10 überengagierte Moderatoren


SaschaSalamander 28.02.2013, 09.35 | (0/0) Kommentare | PL

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