SaschaSalamander

Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: Kinder

Die Sucht nimmt schlimme Ausmaße an

Entschuldigt, dass ich momentan kaum ein anderes Thema als Lemony Snicket kenne. Das wird sich leider nun etwas beruhigen die kommenden Tage, denn der neunte ist noch verliehen in der Bibliothek, und die englischen Bücher werden auch ein wenig zu lesen dauern, zumindest länger als die deutschen Hörbücher.

Es wird immer spannender, ich halte es nicht aus! Aber das allerschlimmste momentan: ich kenne niemanden, keinen einzigen, der diese Bücher gelesen hat. Bei Harry Potter kann man sich ja problemlos austauschen: Glaubst Du, Harry wird im siebten Band sterben? Was hältst Du von der Theorie, dass Harry selbst ein Horcrux ist? Hat Dumbledore einen Fehler gemacht, als er Snape vertraute? Werden Ron und Hermine zusammenkommen? Ist [der Tote aus Band 5] wirklich tot?

Aber bei Lemony Snicket geht das nicht. So viele Dinge, über die ich jetzt unbedingt reden will! Was könnte F.F. bedeuten? Glaubst Du, es könnte tatsächlich ... noch am Leben sein? Was hat es mit dem Geheimgang unter der dunklen Allee auf sich? Wird es etwa wirklich kein Happy End geben? Könnte es sein, dass Graf Olaf hinter [verrate ich nicht, da Spoiler] steckt? Was hat es mit diesem Auge auf sich?

ARGH, ich ertrage es nicht!!! Welch Qual! Welch Folter! Welch grausames Schicksal! Grausamer als alles, was den Baudelaires jemals zustieß ist das Schicksal eines Menschen, der ohne die Fortsetzung dieses Buches leben muss und niemanden hat, mit dem er verzweifelt seine wildesten Theorien austauschen kann!

SaschaSalamander 29.12.2005, 15.12 | (3/3) Kommentare (RSS) | PL

Madagaskar

CoverAls ich die Vorschau sah, war ich begeistert und überlegte, ob ich nicht sogar für diesen Film ins Kino sollte. Nachdem ich nun die DVD gesehen habe, war ich allerdings dann doch froh, es nicht getan zu haben. Aber langsam, erst einmal der Reihe nach ;-)

Löwe Alex, Zebra Martin, Giraffe Melman und Nilpferd Gloria sind die Stars des New Yorker Zoos. Als vier Pinguine ausbrechen und zurück in die Wildnis wollen, packt auch Marty das Fernweh. Seine Freunde dagegen finden den Zoo angenehmer. Also büxt Marty alleine aus, doch seine Freunde machen sich auf die Suche nach ihm, und bald darauf werden sie alle vier eingefangen. Den Menschen kommt die Erkenntnis, dass Tiere im Zoo weniger gut aufgehoben sind als in freier Wildbahn, und so sollen sie zurück in ihre Heimat. Doch die Pinguine nehmen das Schiff unter ihre Führung, die vier Freunde werden von Bord geworfen und landen auf der Insel Madagaskar. Marty ist begeistert, aber irgendwie hatten sie sich die Freiheit alle anders vorgestellt ...

Die Animationen sind großartig gemacht, das muss man Dreamworks (Shrek) schon lassen. Ob die Figuren selbst allerdings gefallen, das ist wohl Geschmackssache. Ich finde die staksigen, teils unproportionalen und vermenschlichten Körperformen ziemlich hässlich. Vor allem das seltsam geformte Gesicht des Zebras und der eckige Rumpf des (aufrecht gehenden) Löwen störten mich oft.

Die Story selbst klingt ganz witzig, aber sie wurde meiner Ansicht nach nicht ausreichend genutzt, sondern läuft flach nebenher. Sie ist eigentlich nur die Bühne für die agierenden Charaktere, ohne tatsächlich irgendeine tiefere Bedeutung zu haben. Genaugenommen ließe sich die Handlung auf maximal 20 Minuten reduzieren.

Worauf in diesem Film großen Wert gelegt wurde, das waren haufenweise Gags und Anspielungen auf alle möglichen Filme (American Beauty, Castaway, Planet der Affen, Winnieh Pooh, etc). Und von alledem gibt es soviel und so schnell und alles auf einmal, dass man als normaler Mensch nicht mehr hinterherkommt. Was mich betrifft - ich werde ständig gebeten, langsamer zu sprechen, keine so raschen Gedankensprünge zu machen, mich langsamer zu bewegen. Ich habe manchmal das Gefühl, mein komplettes Leben läuft doppelt so schnell ab wie das eines normalen Menschen. Und trotzdem kam nicht einmal mehr ich mit. Und wenn ein Gag rein akustisch endlich bis zu meinem Ohr vorgedrungen war, war der Film bereits zig Sätze weiter, die Szene hatte womöglich schon mehrere Male gewechselt. Ich hatte nicht einmal Zeit zu lachen, weil es schon wieder weiterging, bevor ich den Mund geöffnet hatte. Nein, es war mir wirklich definitiv viel zu schnell! Dadurch gingen leider auch sehr, sehr viele Witze verloren, die eigentlich wirklich gut waren. Man müsste diesen Film vermutlich zehnmal sehen, um auch nur die Hälfte der Anspielungen, Wortspiele und Witze zu registrieren.

Ich weiß nicht so recht, ob es unter Filmen für Kinder oder Erwachsene einzuordnen ist. Für Erwachsene sind die Handlung, einige Teile der Sprache (lässiger Jugendslang, Worte wie phat und andere), die Charaktere und die Gags zu plump bzw uninteressant. Für Kinder dagegen sind unzählige Witze überhaupt nicht verständlich (Filmanspielungen, die sie nicht kennen können, eingefügte englische Sätze, zu hohes Tempo (ich weiß, dass Kinder schneller sind als mancher Erwachsene, aber ich halte es für unrealistisch, dass ein Kind diesem Film folgen kann!). In dem Versuch, beide Zielgruppen zu erreichen, haben die Macher meiner Ansicht nach beide um Meilen verfehlt ...

Ich habe mehrfach gelesen, dass die Witze im Englischen weit besser sein sollen. Vielleicht werde ich ihn mir irgendwann noch einmal auf Englisch ansehen, aber zumindest auf Deutsch fand ich manche "witzigen" Szenen ziemlich öde.

Nein, mir sagte der Film gar nicht zu. Ich habe zwar einige Male geschmunzelt und mich recht nett unterhalten an diesem Abend, aber ich war ziemlich enttäuscht. Es ist ein Film, der absolut nicht das geringste Bisschen Zeit zum Denken und Verdauen lässt, man kann ihn lediglich konsumieren, etwas anderes ist nicht möglich. Aber andererseits, sich berieseln lassen und stumpf konsumieren, ist das nicht der Stil der heutigen modernen Zeit? *grübel*

Nun ja, bevor ich ihn komplett zerreiße (mir fiele schon noch einiges ein), möchte ich zum Abschluss sagen, dass dieser Film wirklich Ansichtssacheist. Wer es bunt, schräg und temporeich liebt und keine großen Ansprüche an tiefschürfende Gedanken, feine Untertöne oder hintergründige Witze legt, dem wird er bestimmt gefallen (nein, das soll nicht abwertend gemeint sein, manchmal muss man einfach abschalten können, aber ich konnte das bei diesem Film leider nicht).

Und auch für mich hatte er trotz allem seine lustigen Momente. Ich wünschte, es gäbe einen eigenen Film mit den militanten Pinguinen. Sobald diese ins Bild kamen, konnte ich mich vor Lachen kaum halten, und allein diese vier Soldaten waren es wert, den Film trotzdem gesehen zu haben ;-)

Mich würde mal interessieren, wem der Film alles gefallen hat und warum ... vielleicht ist ja mir auch einiges nur entgangen, oder ich hätte ihn an einem anderen Tag sehen müssen ... denn mit Filmen ist es wie mit Büchern: sie brauchen ihre Zeit. Vielleicht war es gerade für mich nicht die Zeit für temporeiche Filme, wer weiß?

SaschaSalamander 29.12.2005, 10.42 | (3/3) Kommentare (RSS) | PL

Absolut im Snicketfieber

Cover DVD

Ab dem fünften Band, in welchem die Kinder im Internat auf Freunde treffen, geht es wirklich zügig voran! Die Handlung geht immer deutlicher auf ein Ziel, immer mehr Hinweise werden ausgestreut, immer mehr für die Handlung relevante Personen tauchen auf. Und wie es aussieht, können die Waisen nun nicht einmal mehr zurück zu ihrem Betreuer, weil sie polizeilich gesucht werden. Müssen sie im nächsten Band etwa auf sich selbst gestellt durch die Gegend ziehen? Und Sunny kann inzwischen laufen und kurze Sätze sprechen!



Ich würde am liebsten den ganzen Tag nur noch weiterhören und danach sofort die folgenden Bücher lesen (die ich mir gestern in einem Anfall von "Habenwill" zusammen mit der "unauthorized Biography" des Lemony Snicket im Buchladen meines Vertrauens bestellt habe). Dafür lasse ich momentan sogar Bartimäus, einige neue Mangas, den langersehnten Lycidas und andere spannende Bücher liegen. Es ist schon sehr lange her, dass mich ein Buch sosehr gefesselt hat wie diese Reihe!

Heute Nachmittag habe ich ein zweites Mal den Film gesehen (Rezension meines Ersteindruckes >hier<, der nach dem Genuss des Buches nun komplett anders auf mich wirkt als beim ersten Mal. Für sich alleine wirklich großartig, hinter dem Buch jedoch um Längen zurück. Die Handlung musste natürlich verändert werden, da sie kaum exakt umgesetzt werden konnte, schließlich sind drei Bücher in diesem Film zusammengefasst. Sunny und Klaus wirken im Buch wesentlich jünger und kommen ganz anders beim Leser an. Graf Olaf wurde großartig umgesetzt, exakt so hatte ich ihn mir im Buch vorgestellt! Außerdem wurden dem Film einige Zusatzhandlungen eingefügt, um ihn am Ende quasi abzuschließen. Ich bin gespannt, ob die Andeutungen und Beweise des Filmes später auch in den brandneuen Büchern auftauchen werden, oder ob die Filmemacher da spektakuliert und selbst gebastelt haben?

SaschaSalamander 28.12.2005, 19.17 | (0/0) Kommentare | PL

Lemony Snicket Band 02 bis 03

Der zweite und dritte Band der "Reihe betrüblicher Ereignisse" von Lemony Snicket beinhalten die Bücher "Das Schlangenhaus - der Reptiliensaal" und "Der Seufzersee - das zerbrochene Fenster". Nachdem die Baudelaire-Geschwister im >ersten Band< der Bedrohung durch Graf Olaf entkamen, werden sie erst zu Onkel Monty und nach dessen grausamen Tod zu Tante Josefine gebracht. Onkel Monty ist Reptilienforscher und empfängt die Kinder freundlich mit Kokoskuchen. Er will sie sogar mit auf die Expedition nach Peru nehmen, es scheint alles in bester Ordnung. Aber Graf Olaf taucht verkleidet als Montys Gehilfe Stefano auf und bedroht die Kinder. Tante Josefine ist eine ängstliche Witwe, die sich zwar gut um die Kinder sorgt, aber alles und jeden fürchtet. Nicht einmal warmes Essen gibt es, weil sie Angst hat, der Herd könne explodieren. Dann taucht Graf Olaf auf, verkleidet als Kapitän Thalmi, und versucht die Kinder mit Gewalt an sich zu bringen.

Köstlich, ich habe diese beiden Bände wieder verschlungen!
Sprachlich habe ich das Gefühl, die Bücher werden von mal zu Mal besser. Die Sätze klingen sogar regelrecht melodisch, es gibt unzählige Alliterationen und ähnliche Spielereien. Und auch der Sprecher Stefan Kurt ist absolut großartig! Im ersten Teil hielt ich ihn versehentlich für Rufus Beck, dieser liest jedoch erst ab dem dritten Band. Stefan Kurt hat eine ebenso wandelbare Stimme und beherrscht das Spiel auf ihr mindestens genausogut.

Bei Onkel Monty haben die Kinder Gelegenheit, ihre Charaktere ein wenig auszuleben, der Leser lernt sie etwas besser kennen. Es ist schön, wie die Kinder immer wieder zusammenhelfen, zusammenhalten, wie sich jedes mit seinen ihm eigenen Fähigkeiten einbringt. Die Kinder sind die eigentlichen Helden dieses Buches, sie sind intelligent und wohlerzogen. Die Erwachsenen dagegen, sogar die gutherzigen, sehen nur, was sie sehen wollen, und weisen die Kinder zurecht, sobald sich das Gesagte als Ungemütlich erweisen könnte. So kommt es, dass niemand den Kindern glaubt und sie letzten Endes immer wieder auf sich alleine gestellt sind und dann auch noch für ihr störrisches eigenmächtiges Handeln gerügt werden. Nein, Erwachsene schneiden in diesem Buch niemals gut ab. Sie sind böse, oder sie sterben am Ende. Manchmal auch beides ...

Die verrückten Ideen des Autors werden scheinbar immer verrückter, man muss schon eine Vorliebe für diesen seltsamen Humor haben, der nicht immer ganz nachvollziehbar und gerade wegen seiner Absurdität so genial ist. So gibt es im Hause von Onkel Monty zum Beispiel unzählige Reptilien, etwa die virginianische Wolfsviper oder dei grünäugige Glubschaugenkröte. Die Kinder lernen alles Wichtige über diese Tiere, bevor sie nach Peru fahren. Und so lernen sie auch, dass diese Viper nie, nie, nie, nie, nie, nie, NIE, NIE, NIE, aber auch wirklich NIEMALS, wirklich kein einziges Mal in die Nähe einer Schreibmaschine kommen lassen darf! Auch gibt Lemony Snicket hilfreiche Tipps wie: "Wer an Allergien leidet, sollte das Allergieauslösende niemals in den Mund nehmen, erst recht nicht, wenn es eine Katze ist!". Auch Lebensweisheiten kommen nicht zu kurz: "Erdbeben, Kasperletheater und Tränen haben gemeinsam, dass sie unerwartet ganz plötzlich einfach dasind". Ja, von Lemony Snicket kann man wirklich eine Menge lernen als unerfahrener Leser, welcher sich in Sicherheit wiegt! ;-)

Die Vergleiche und Worterklärungen, die im ersten Band noch relativ "normal" waren, werden ebenfalls immer wahnwitziger. Die Kinder müssen etwas stehlen, und der Autor weist darauf hin, dass dies natürlich unmoralisch ist. Ein Bild zu stehlen sei unmoralisch. Aber es gäbe Situationen, in denen sei stehlen in Ordnung. Wenn man Hunger hat, und wenn man DANN ein Bild klaut und dieses verspeist, DAS sei in Ordnung ... auf diese Weise streut Lemony Snicket hier und da immer wieder seine verdrehte Moral und Weltanschauung ein, auch über ihn selbst erfährt man zwischendurch einzelne Kleinigkeiten ;-)

Stellenweise erinnert mich der Humor des Autors fast an Walter Moers. Ich denke, wem dessen abgedrehter schwarzer Humor gefällt, der kann sich bestimmt auch für diese Buchreihe begeistern.

Cover Band 03

SaschaSalamander 20.12.2005, 16.30 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

Lemony Snicket Band 01

Lemony Snicket ist das Pseudonym eines Autors, über den ich demnächst ein wenig im Internet recherchieren werde. Es könnte sein, dass er Daniel Handler heißt, allerdings macht er ein Geheimnis um seine Person, ist auch nicht auf Fotos zu sehen. Das macht es natürlich besonders interessant ;-)

Er nennt sich also Lemony Snicket und erzählt die Erlebnisse der Baudelaire-Kinder in seiner Serie "Eine Reihe betrüblicher Ereignisse". Gleich zu Beginn warnt er, dass dies eine äußerst unerfreuliche Geschichte sein wird, dass schlimme Dinge geschehen werden, und dass empfindsame Leser hier besser abbrechen sollten. Denn er hat versprochen, die Geschichte zu erzählen, wie sie geschehen ist, in allen grausamen Einzelheiten und ohne sie zu beschönigen.

Und so erzählt er in ich-Form die Geschichte der Kinder Klaus (bebrillte und intelligente Leseratte), Violet (hübsche Erfinderin) und Sunny (beißfreudiges Baby), deren Eltern gleich zu Beginn beim Brand ihres Hauses sterben. Mr. Poe, ihr Vormund, sorgt dafür, dass sie nun in die Obhut ihres Onkels, Graf Olaf, kommen. Und Graf Olaf ist ein gemeiner, hinterhältiger, unheimlicher, geldgieriger, hässlicher alter Mann, von Beruf Schauspieler. Die Kinder müssen zu dritt in einem Bett schlafen, müssen alleine den ganzen verwahrlosten Haushalt führen, für seine 10 Gäste kochen, und er schlägt sogar Klaus! Er fasst einen Plan, wie er an das Geld der Kinder kommt, und niemand glaubt den Waisen, als sie um Hilfe bitten.

Der erste Band "Ein schrecklicher Anfang" ist also der Auftakt zu den später folgenden Abenteuern, in welchen die Kinder ... tja, ich kenne nur die ersten drei Bände, welche der Film umfasst, sodass ich nicht weiß, was später geschehen wird. Anfangs kommen die Kinder zu neuen Pflegeeltern, und auf die Fortsetzung bin ich gespannt. Ein Happy End, das hat Lemony Snicket angekündigt, wird es nicht geben. Ich harre also der schrecklichen Ereignisse, die kommen mögen.

Ich bin absolut begeistert von diesem Werk. Der Erzählstil ist ungewöhnlich und einfallsreich. Der Erzähler bringt sich stets selbst ein und spricht den Leser an, als säße er neben ihm. Er erklärt schwierige Fremdwörter (da es ja doch ein Buch für ältere Kinder ist), er umschreibt Gefühle mit allgemein bekannten Situationen ("Du kennst bestimmt das Gefühl, wenn ... und genau so fühlten sich die Baudelaire - Waisen nun"). Diese Vergleiche sind anschaulich und äußerst originell, finde ich.

Die Handlung selbst ist natürlich schlimm, und die Trauer der Kinder ist nachvollziehbar. Allerdings wird auch sehr viel karikiert und überzogen, sodass die Situation etwas entschärft wird und man trotz der Schrecklichkeiten (Schläge vom Onkel, ein einziges Bett für drei Kinder, Morddrohungen, kratzende Kleidung) immer wieder schmunzeln muss. Häufig schürt der Autor Hoffnung, beschreibt etwas schönes und wundervolles, nur um dann alles ins Gegenteil zu verkehren und den Leser bzw die Baudelaire-Kinder umso tiefer hinabstürzen zu lassen. Er steckt voller Ironie, stellenweise fast schon Zynismus, der Humor ist tiefschwarz.

Das Hörbuch wird gelesen von Rufus Beck, einem meiner Lieblingssprecher. Er schafft es, die Figuren zu eigenem Leben zu erwecken, spielt mit seiner Stimnme: der heisere Onkel, Baby Sunny, der hustende Mr. Poe, die Kinder, sie alle erhalten eine eigene Stimme, eine eigene Sprachmelodie. Es gibt kaum jemanden, der so wandlungsfähig ist wie er!

Es ist ein Kinderbuch, viele Leser sind jedoch dagegen und finden, dass es für Kinder zu düster sei. Nun, ich halte nichts davon, Kinder allem fernzuhalten und quasi abgeschottet zu erziehen. Allerdings ist die Figur des Graf Olaf doch recht unheimlich, und die Eltern sollten abwägen, ob das Kind sich davor ängstigt oder nicht. Ich denke, ältere Kinder werden dieses Buch mögen. Aber sie sollten die Gelegenheit haben, darüber zu reden. Was passiert, wenn die Eltern sterben? Darf Graf Olaf das tatsächlich? Und warum hilft den Kindern niemand?

Die folgenden Bände werde ich etwas zusammenfassen, wieviele jeweils, das wird vom Inhalt der einzelnen Bücher abhängig sein. Ich habe keine Ahnung, was mich bei diesen Büchern erwarten wird, und am liebsten würde ich den ganzen Tag nichts anderes machen als weiterzuhören! :-)


SaschaSalamander 12.12.2005, 16.44 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

Unbekannte Kindergeschichte

Cover
Habt ihr schon von "Roverandom" gehört? Ich muss zugeben, dass mir dieser Titel überhaupt nichts sagte. Und das, obwohl ich ständig in den Fantasybereichen der Buchläden, Bibliotheken und Onlineseiten stöbere! Es erstaunt mich, dass so wenig Werbung um dieses nette Kinderbuch gemacht wird, ist es doch vom Meister der Fantasy, Tolkien, höchstpersönlich.

Ich höre mir dieses Hörspiel gerade an und finde es wirklich herrlich. Eine bezaubernde Kindergeschichte um ein verzaubertes Hündchen, die es eigentlich verdient hätte, bekannter zu sein.

SaschaSalamander 23.11.2005, 13.20 | (4/4) Kommentare (RSS) | PL

Bisher noch spannend

Momentan lese ich "Tintenblut" von Cornelia Funke. Die ersten Kapitel habe ich bereits durch. Bisher gefällt es mir sehr gut. Es ist spannend und nicht unnötig in die Länge gezogen. Eigentlich möchte ich es gar nicht aus der Hand legen. Ich hoffe, dass sich das bis zum Ende des Buches durchzieht. Es ist ja doch wieder so dick wie das erste, und dort wurde es nach einiger Zeit recht langatmig.

SaschaSalamander 24.10.2005, 10.07 | (3/3) Kommentare (RSS) | PL

Tintenherz

Cover
Cornelia Funke wurde für eine gewisse Zeit als Schriftstellerin angepriesen, mit der man sich das Warten auf den nächsten Harry Potter verkürzen könne. Abgesehen davon, dass ich solche Vergleiche nicht mag und einzelne Werke ungerne mit anderen Bestsellern als Maßstab beurteile, war ich doch neugierig. Der Herr der Diebe hatte mir damals sehr gefallen. Also griff ich gerne zu, als ich vor Kurzem den hochgelobten Bestseller "Tintenherz" von ihr im Regal entdeckte.



Vielleicht waren meine Erwartungen nach all den vielen Lobreden zu hoch, aber ich war am Ende etwas enttäuscht. Die Handlung an sich ist großartig und bietet sehr viel Potenzial:

Ein geheimnisvoller Fremder taucht eines nachts am Fenster der jungen Meggie auf. Sie holt ihren Vater, der Staubfinger - wie er den Eindringling nennt - zu kennen scheint. Am nächsten Morgen brechen die drei ohne besondere Vorbereitungen sofort ab, Tante Elinor besuchen. Meggies Vater Ausschnitt Coverscheint ein wertvolles Buch bei ihr zu verstecken. Und noch bevor Meggie herausfinden kann, warum ihr Vater ihr niemals vorliest, was es mit seinem Spitznamen Zauberzunge auf sich hat und warum dieses unscheinbare Buch so wertvoll ist, wird ihr Vater mitsamt dem Buch von Capricorns Männern entführt.


Meggie, Elinor und Staubfinger folgen Capricorns Handlangern in ein abgelegenes Bergdorf, und hier beginnt das eigentliche Abenteuer. Ein Geheimnis nach dem anderen wird gelüftet, und immer neue Schwierigkeiten tun sich vor dem jungen Ausschnitt CoverMädchen auf. Wem kann sie noch trauen? Wird es ihr gelingen, das Schicksal, welches Capricorn für sie alle vorgesehen hat, abzuwenden? Ihr Gegner ist ein Bösewicht, wie nur ein fantasievoller Autor ihn in liebevoller Feinarbeit erschaffen kann, sein Herz so böse und schwarz wie die schwärzeste Tinte ...


Die Grundidee der Geschichte ist wirklich großartig, und ich habe sie in noch nicht allzu vielen Büchern gefunden (zugegeben, ich kann mich derzeit an keine erinnern, obwohl die Idee wirklich naheliegend ist). Außerdem ist die Geschichte in kindgerechtem Ton erzählt, Kinder bis hin zur Schwelle Jugendliche können sich bestimmt gut mit den Hauptfiguren identifizieren und mitfiebern, die grausamen Szenen sind kindgerecht verarbeitet und nachvollziehbar, moralische Werte werden liebevoll eingebunden.

Ausschnitt Cover Was ich weniger angenehm finde, ist die langatmige Erzählweise. Es stört mich nicht, dass der Erzählton ein ruhiger ist, im Gegenteil. Ich freue mich, wenn spannende Bücher ohne Verfolgungsjagden, wilde Kämpfe und atemberaubende Rettungen in letzter Sekunde auskommen. Doch die Geschichte ließe sich in etwa der Hälfte der Buchdicke ebenso gut erzählen. Manche Kapitel wirken wie unnutze Füllsel, auf die man gut verzichten könnte. Als die eigentliche Handlung nach einem knappen Drittel begann, habe ich viele Seiten nur noch quergelesen und das Tempo erst an handlungsrelevanten Punkten verlangsamt. Eigentlich sehr schade, denn ich mag den ruhigen, erzählerischen Stil der Autorin.

Ausschnitt Cover Cornelia Funke schreibt Kinderbücher, die ich als Kind gerne gelesen hätte. Ebenso wie Astrid Lindgren, Erich Kästner, Ottfried Preußler, Michael Ende und viele andere Lieblingsautoren meiner Kindheit nimmt sie die Sorgen und Ängste der Kinder ernst. Sie möchte sie nicht verhätscheln und vor allem Leid bewahren, sondern sieht in ihnen selbständige, selbstbewusste kleine Menschen in einer Welt von Erwachsenen, fähig zu eigenen Entscheidungen, mit festem Willen und voller Stolz. Sie versteht es, Kindern Mut zu machen, sie zu neuem Denken und vor allem zum Träumen anzuregen. Ich bin sicher, viele Kinder sitzen nach Lektüre dieses Buches in ihren Kinderzimmern und versuchen sich an dem geheimnisvollen Zauber, der Zauberzunge und Meggie innewohnt ;-)

SaschaSalamander 27.09.2005, 08.34 | (4/4) Kommentare (RSS) | PL

Das Geheimnis der sprechenden Bilder

CoverDieses Buch war mir in der Bücherei schon mehrfach aufgefallen, aber zugunsten anderer Romane hatte ich es stehenlassen. Diesmal nahm ich es mit. Und verschlang es an einem einzigen Tag.

Charlie Bone ist ein ganz normaler 10jähriger Schüler. Bis er plötzlich auf einem Foto Stimmen hört. Seine magisch begabten Tanten sind begeistert, hat nun auch er als Mitglied der Darkwood-Familie sein Talent entdeckt! Jetzt soll er also auf die Bloor-Schule wechseln. Aber eigentlich will Charlie das gar nicht. Er möchte lieber auf eine ganz normale Schule gehen, bei seinem Freund Benjamin bleiben und die Stimmen auf dem Foto überhaupt nicht hören.


Als er den Besitzer des Fotos ausmacht, wird er in einen mysteriösen Fall um ein verschwundenes Mädchen, einen schrulligen Erfinder und mehrere magisch begabte Personen verwickelt. Er weiß nicht mehr, wem er trauen kann und macht sich mit seinen Freunden daran, das Mädchen zu finden.

Was ich obligatorischerweise erwähnen muss: dieses Buch weist inhaltlich natürlich einige Parallelen zu Harry Potter auf. Trotzdem würde ich es keinesfalls damit vergleichen! Es ist ein wirklich schönes Kinderbuch voller Spannung und Geheimnissen. 359 Seiten, die allerdings rasch gelesen sind. Durch die Einteilung in kurze Kapitel eignet es sich auch sehr gut zum Vorlesen.

Das Buch richtet sich vor allem an jüngere Leser ab 10 Jahren. Die Handlung ist recht einfach. Auch die Dialoge und Handlungsabläufe weisen eine eher kindliche Logik auf, was das Buch für mich besonders sympathisch macht. Es ist einfach gestrickt, sehr leicht - für erfahrenere Leser - vorhersehbar und angenehm zu lesen.

Es gibt bisher zwei Fortsetzungen: "C. B. und die magische Zeitkugel" und "C. B. und das Geheimnis der blauen Schlange". Und auch, wenn ich mir den Fortgang der beiden Bände sehr genau vorstellen kann (es gibt Andeutungen über noch zu lösende "Geheimnisse" und mögliche Entwicklungen), werde ich sie gerne lesen.

SaschaSalamander 09.07.2005, 08.52 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

Wolfswald

Als Kind/Jugendliche fiel mir das Buch "Wolfswald" von Mary Stewart in die Hände. Es ist eines der wenigen Bücher, die ich später ein zweites Mal gelesen habe und das mich damals tief beeindruckt hat.

Weil ich bis heute noch an dieses Buch denken musste, habe ich es mir erneut geliehen. Ich wollte wissen, was die Faszination für mich ausmachte, ob es mich heute noch genauso faszinieren würde.

Die Geschwister John und Margaret machen mit ihrer Familie Urlaub im Schwarzwald. Während die Eltern schlafen, läuft plötzlich ein weinender Mann an ihnen vorbei in den Wald hinein. Sie folgen ihm und stoßen auf ein altes, scheinbar verlassenes Haus. Auf dem Weg zurück treffen sie wieder den weinenden Mann, der ihnen nun seine Geschichte erzählt: er, Mardian, ist ein Freund des Herzogs Otho. Der böse Magier Almeric will sich des kranken Herzogs entledigen. Mardian wollte Otho warnen, deshalb wurde er mit einem bösen Zauber belegt und in einen Werwolf verwandelt. Die Kinder sind seine letzte Hoffnung, den Fluch zu brechen und Herzog Otho vor Almeric schützen.

Inzwischen würde das Buch wohl nicht mehr diesen Eindruck von damals bei mir hinterlassen, ich bin eben doch etwas älter und anspruchsvoller geworden ;-)
Aber es ist nett. Kurz, leicht und angenehm geschrieben. Es ist recht einfach gehalten, und man darf nicht allzu realistisch angehen. Die Dialoge sind sehr kindlich-naiv, ohne dümmlich zu wirken.

Es beginnt bereits sehr spannend, ohne später langweilig zu werden. Da es Kleinformat ist und nur 145 Seiten hat, wird man es in einem Rutsch durchlesen.
Die Handlung ist klar strukturiert und ohne Nebenstränge gebaut. Klassisches Abenteuer: Begegnung, Aufgabenstellung, Eindringen in die Burg, Zusammentreffen mit anderen, Umsetzung des Planes, Showdown mit allen Beteiligten, Happy End.

Doch, ich kann dieses Buch bedenkenlos empfehlen. Ich halte es für besonders geeignet zum Vorlesen oder als liebenswerte Geschichte für einen Abend auf dem Sofa.

SaschaSalamander 24.05.2005, 19.01 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

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