SaschaSalamander
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Ausgewählter Beitrag

Yoda ich bin! Alles ich weiß!

Dwight war schon immer ein Loser, aber eines Tages hat er eine selbstgefaltete Yoda Fingerpuppe bei sich, und die gibt kluge Ratschläge. So klug, dass sicher ist, von Dwight können die nicht stammen. Die eine Gruppe der Schüler hält das für ausgemachten Blödsinn, die andere Gruppe glaubt an das Yoda-Orakel. Einer der "gläubigen" Schüler sammelt nun in einer Mappe die Vorfälle, um dann herauszufinden, ob das Orakel echt ist oder nur ein Betrug.

In Kürze: ein hervorragendes Buch für Jugendliche, das die Alltagsprobleme der Zielgruppe beschreibt. Kinder können grausam sein, und schnell ist man unten durch oder aus der Gruppe ausgeschlossen. Hier wird auf humorvolle Weise beschrieben, wie die Betroffenen damit umgehen. Die Situationen sind witzig und recht alltäglich, so kippt sich ein Junge beispielsweise Wasser über die Hose und sieht aus, als hätte er sich eingenässt. Ein Mädchen möchte wissen, ob jener Junge mit ihr gehen will. Ein anderer hat seine winzige Portion Süßigkeiten nicht mit allen teilen können und wird nun dafür böse gehänselt, der nächste kann einfach nicht Baseball spielen und kann sich nicht beherrschen, aus Wut über sein Versagen vor den anderen zu weinen. Situationen, die in übertragener Form wohl alle schon einmal erlebt haben. Da kommt so ein Orakel, das immer perfekte Tips hat, genau richtig.

Obwohl die Geschichten immer aus unterschiedlichen Ich-Perspektiven geschildert werden (aus Sicht der betroffenen Schüler, die einen Text geschrieben und dieser Mappe beigefügt haben), lernt man die Charaktere recht gut kennen, vielleicht sogar einen kleinen Tick besser als sonst üblich. Denn durch die verschiedenen Blickwinkel erfährt man mehr über die Mitschüler, als es aus nur einer Perspektive möglich wäre.

Der Stil ist lässig und eingängig, der Zielgruppe gerecht. Kein übermäßiger Jugendslang, aber auch nicht allzu trocken, prima in der Waage. Was den Star-Wars-Anteil betrifft, kann man die CD hören bzw das Buch lesen, auch ohne die Filme zu kennen. Zwar werden hier und da Szenen herausgepickt oder Zitate erwähnt, doch das wird entweder erklärt oder ist für die Handlung nicht relevant, eher ein nettes Gimmick für Fans.

Die Sprecher waren mir allesamt unbekannt, es sind Jugendliche, und sie alle machen ihre Sache sehr gut. Sie sprechen schon recht professionell, klingen nicht gekünstelt und schaffen es, Emotion in ihre Texte zu legen und gut damit zu spielen, das hat mir sehr gefallen. Wenn Yoda spricht, ist dies immer mit einem kleinen Jingle unterlegt, was ich ebenfalls eine nette Idee finde.

Für Jugendliche ein Spitzentitel, der die Sorgen der Jungs und Mädchen ernst nimmt und dabei witzig unterhält. Für Erwachsene sind die Probleme und Themen dann doch zu jugendspeziell, wer Star Wars mag und gerne auch reine Jugendlektüre liest, dem wird es gefallen, aber ein All-Ager ist es sicher nicht.

Wertung: 8,5 von 10 Twist-tanzende Omis


SaschaSalamander 12.07.2012, 08.58

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Kommentare zu diesem Beitrag

1. von El Tofu

Tolles hörbuch! Hab hier auch einen Origami Yoda neben dem Bett stehen.

vom 13.07.2012, 21.07
Antwort von SaschaSalamander:

Hast Du auch das zweite gehört, ist das genauso gut oder eher Abklatsch?

Du hattest den Nerv, selbst zu basteln? (wär mir zuviel Gepfriemel, Origami ist nicht mein Ding) ... und hat er Dir schon kluge Ratschläge gegeben? ;-)



 






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