SaschaSalamander

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Precious Lies

iruma_lies_1.jpgMaa-Chan ist in der Schule eine Außenseiterin, niemand weiß, was hinter dem hübschen aber zurückgezogenen Mädchen steckt. Ihr Freund Mii-Chan alleine kennt ihr Geheimnis. In der Stadt geht ein Mörder um, und außerdem sind zwei Kinder verschwunden, sind sie womöglich dem Mörder in die Hände gefallen? Und was haben Maa-Chan und Mii-Chan damit zu tun?

PRECIOUS LIES ist ein Einzelband. Für einen Thriller ungewöhnlich aber durchaus machbar. Japanische Autoren besitzen häufig das Talent, in nur wenigen Strichen und Sätzen komplexe Zusammenhänge und psychologische Dramen auf wenigen Seiten zu skizzieren und kleine Meisterwerke zu erschaffen. Die Geschichte klang vielversprechend, also habe ich es gewagt. Leider wurde ich enttäuscht.

Die Zeichnungen sind sehr schlicht, es gibt kaum Hintergründe oder andere Details. Dies empfinde ich jedoch nicht als störend, denn es passt gut zum Grundton der Geschichte.

Der Erzählstil leider ist sehr problematisch. Erst wird der Leser einige Zeit im Unklaren gelassen, Spannung wird in dieser Zeit jedoch nicht aufgebaut. Als dann die Situation klar ist, entsteht trotz der gefährlichen Lage nicht das Gefühl "ich muss jetzt sofort weiterlesen", sondern zieht sich über viele weitere Seiten hin. Den Reiz soll wohl die Ungewissheit ausmachen: Was nun mit Maa-Chan los ist und warum sie sich so verhält, erfährt man erst nach und nach, und zwar durch Mii-Chan, der eigentlich der Protagonist der Geschichte ist. Doch währen Maa-Chan, wie schon der Titel sagt, die Gebrochene ist, ist Mii-Chan der Lügner. Daher kann sich auch der Leser nicht sicher sein, was nun Berechnung ist, was Lüge und was Wahrheit.

Pschologisch ist PRECIOUS LIES höchst komplex, aber das Thema wird nur angerissen. Mit einigen Fachbegriffen um sich zu werfen und ein Drama zu inszenieren ist leider wirkungslos, wenn der Bezug zwischen Leser und Charakteren nicht aufgebaut werden kann. Schade, denn die Geschichte hätte Potential gehabt.

Im Grunde also eine durchaus interessante Geschichte, in sich abgeschlossen und gut durchdacht, mit einem dafür passenden Zeichenstil. Doch es fehlt die Spannung, und die Möglichkeiten des Themas wurden nicht genutzt.

2,7 von 5 frühkindliche Traumata

SaschaSalamander 04.07.2012, 08.54

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Kommentare zu diesem Beitrag

1. von El Tofu

Schade, hatte ich eigentlich auch ins Auge gefasst. Abgeschlossene Manga mag ich recht gerne. Mags immer nicht wenn Manga Storys sich immer so ziehen.

vom 04.07.2012, 20.54
Antwort von SaschaSalamander:

bin mit dieser Meinung leider nicht alleine, wenn Du beim großen Onlinehändler guckst, sagt das so ziemlich jeder. Schade, denn der hatte mich auch sehr angesprochen, ich hatte mir viel davon erhofft ... aber Du würdest Dich anschließend nur ärgern ...

falls Du abgeschlossene Einzelbände magst, meine Favs unter den ernsteren Titeln sind KIZU, GOTH, CAN YOU HEAR ME, CRY OUT FOR LOVE, LOLLIPOP OR A BULLET (2 Bd). Oder als Kurzreihe (4 Bd abgeschlossen) JUDGE und DOUBT, die waren alle prima. HIKI war kein Highlight aber für einen Einzelband auch ganz nett.

Es gibt ein paar Ausnahmen, wo ich Mehrteiler schon mag, aber prinzipiell bevorzuge ich auch die OneShots oder Kurzserien.

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