SaschaSalamander
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Nonstop für Englischmuffel

fermer_bmx_150.jpgHm, da habe ich also die Aufgabe, einer eher wenig motivierten Schülerin auch über die Sommerferien Englisch-Nachhilfe zu geben. Keine leichte Aufgabe, wenn es heiß ist und sie vermutlich lieber im Freibad läge. Wenigstens gibt es keinen aktuellen Schulstoff, an dem man klebt. Und so wühlte ich in der Bibliothek, ob es mal ein etwas anderes Jugendbuch gibt, mit dem man auch Lese- und Lernmuffel ein wenig motivieren kann. Und ich habe ein Buch gefunden, besser gesagt, sogar eine ganze Buchreihe!

Nonstop BMX - Christine ist in Johnny, den Schwarm der Schule verliebt, aber der interessiert sich nur für BMX. Deswegen beginnt sie auch mit diesem Sport. Und dann will sie endlich an den Masters, DEM Turnier schlechthin, teilnehmen, aber dafür sind doch tatsächlich nur Jungen zugelassen! Es bleibt ihr also nur die Möglichkeit, sich in Chris zu verwandeln, ihre langen Haare abzuschneiden und alle zu täuschen. Johnny lacht sie aus, aber SIE weiß, dass sie es schaffen wird und lässt den Macho stehen. Anfangs klappt auch alles wunderbar, aber dann verliebt sie sich in Vincent, einen coolen Teilnehmer aus Dublin ... und die andere Version: seit er das Masters - Turnier vor einem Jahr versabbelt hat, denkt Vincent an nichts anderes mehr als an sein tägliches Training. Aber dann passiert eine blödes Missverständnis an der Schule, für das seine Eltern ihm zwei Wochen Hausarrest aufbrummen. Und wie soll er jetzt trainieren? Also trickst er und sagt, das Turnier ginge schon früher los, und fährt zu seinem Kumpel Johnny nach Deutschland, um bei ihm zu trainieren. Dort trifft er auf Chris und ist ganz schön verwirrt über diesen seltsam Typen ... als der ihn dann auch noch küsst, ... also ... wäääääh!

Inzwischen gibt es drei Nonstop - Bücher: BMX, HipHop und Survival. Das vierte, Chatten, wird im September diesen Jahres erscheinen. Während sich BMX um Sport dreht, geht es in HipHop natürlich um Musik, in Survival um eine Klassenfahrt mit spannendem Krimi, in Chatten um eine Internetbekanntschaft. Und natürlich um Jungs und Mädels, einmal aus der einen Sicht, einmal aus der anderen. Einmal auf Deutsch, einmal auf Englisch. Einmal das Mädel, das andere Mal der Junge. Somit also für beide Zielgruppen sehr gut geeignet und witzig zu lesen.

Der Schreibstil ist witzig und einfach gehalten. Und auch ich als Erwachsene habe derzeit meinen Spaß an der Lektüre, das Bearbeiten für den Unterricht geht locker von Hand. Die Story ist so angenehm zu lesen, dass meine Schülerin und ich fast das Ende der Stunde verpasst hätten ;-)

Mit anderen Büchern habe ich immer folgendes Problem: WIE bitteschön soll ich einen Jugendlichen motivieren, ein Kinderbuch auf Englisch zu lesen? Da fühlen sich meine Kids ziemlich hochgenommen, es ist ihnen peinlich. Kinderbücher liest man mit 14 einfach nicht mehr! Aber wenn ich ein normales Jugendbuch auf Englisch nehme, ist der Wortschatz einfach zu schwer, und das ist frustrierend. Mit seinen Nonstop-Büchern hat Fermer den Spagat zwischen einfacher Sprache und jugendgerechtem Inhalt super geschafft!

Das Englisch ist je nach Schulart etwa im zweiten bis dritten Lehrjahr anzusetzen, nicht zu kompliziert im Wortschatz und den grammatikalischen Verschachtelungen, aber hier und da schon einmal recht tricky und mit netten Wortspielen (e.g. "the penny dropped in his head like the money in the phone") versehen. Für Schüler, die schon etwas weiter sind - wie bei meinem Mädel - kann man die Fragen zum Text ja etwas komplizierter gestalten, auch dafür bietet der Roman recht gut Raum. Schwerere Vokabeln und Wortwendungen sind im Text hervorgehoben und in der Fußnote erklärt, sodass auch ohne Wörterbuch gut gearbeitet werden kann.

Ich übe mit meiner Schülerin daran Mediation (deutsches Umformulieren des englischen Textes), Listening (ich lese vor, danach muss sie Fragen zum Text beantworten), Lückentext (einen Lückentext mit Vokabeln aus dem Text vervollständigen). Und weil wir auch Deutsch üben, eignen sich die deutschen Passagen prima für Aufsätze und Erzählungen.

Nicht nur für den Unterricht sind diese Bücher sehr gut geeignet, sondern auch für Eltern, die ihre Kids mal ein wenig motivieren wollen, Englisch zu lesen. Schulenglisch ist ganz nett, aber die Texte in den Schulbüchern - ich will ehrlich sein, ich habe schon einige Schulbücher meiner Kids durchgeblättert, und sie sind ausnahmslos knochentrocken. Ich frage mich oft, wie den Kindern dadurch Freude an einer Sprache vermittelt werden soll? Sprache muss doch lebendig sein, Spaß machen, die Jugendlichen sollen merken, dass sie die Sprache selbst anwenden und gebrauchenfermer_survival_150.jpg können, dass sie sie im Alltag nutzen können. Und das gefällt mir an den Büchern von David Fermer: der Inhalt ist mitten aus dem Leben der Kids gegriffen, und sie sind weder lehrreich noch belehrend, sondern machen einfach nur Spaß. Weil die Sprache gut verständlich ist, muss nicht ständig unterbrochen werden für Nachfragen, sodass ein flüssiges Lesen möglich ist. Englisch, Deutsch, egal, weiterlesen, jedes Kapitel ist sehr kurz und mit einem spannenden Cliffhanger versehen, sodass man es kaum aus der Hand legen kann. Nur noch ein paar Seiten, ...

Also, Ihr Englischmuffel: ich wünsch Euch viel Spaß ... nicht beim Lernen, sondern beim Lesen und Lachen ;-)

SaschaSalamander 27.06.2007, 10.47

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