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Jenseits der Karten 01 - Rabenfels

Jonas lädt seine Exfreundin Mieke und deren Bruder Flo auf eine Wanderung ein. Das Reiseziel ist unbekannt, sie sollen sich überraschen lassen. So wirklich begeistert sind die beiden nicht, als sie am Abreisetag dann erfahren, dass es nach Osterode im Harz gehen soll, und die Stimmung ist gedrückt. Doch dann, als sie um Mitternacht endlich Schloss Rabenfels erreichen, können die drei nicht fassen, was sie sehen! Das seltsame Buch, das Jonas zufällig in die Hände fiel, scheint wirklich wahr zu sein. Doch er hätte besser darauf achten sollen, ob auch tatsächlich alle Seiten im Buch vollzählig sind ...

Mmh, ein prima Hörgenuss! Gut, das Label >Froschtatze< (prima Intro, ich zu Beginn recht erschrocken, finde die Idee aber wirklich witzig) ist noch sehr jung, bis hin zum Status "routiniertes Hörspiel" werden wohl noch ein paar Titel produziert. Trotzdem war ich rundum zufrieden und habe mich sehr gut mit den drei Abenteurern unterhalten.


ERZÄHLWEISE

Sehr schön finde ich die Erzählweise der Geschichte: erst ein kurzer Blick mitten hinein in die actiongeladene Handlung. Dann nimmt der Sprecher und Ich-Erzähler den Hörer "an die Hand" und beginnt langsam von vorne, erzählt rückblickend, wie es dazu kam, bis sich Hörer, Erzähler und Protagonisten schließlich wieder gemeinsam in der Gegenwart mitten in der temporeichen Handlung finden. Der Autor Dane Rahlmeyer (der u.a. auch TERRA MORTIS schrieb sowie das ungewöhnliche Hörspiel NARBENHAUT) beweist Geschick beim schrittweisen Spannungsaufbau hin zum rasanten Finale, gefolgt von einem runden Ende mit spannendem Ausblick auf weitere Folgen. RABENFELS ist der erste Teil einer Serie, und ich kann die Fortsetzung kaum erwarten. In Jonas Buch finden sich weitere mystische Orte, die auf keiner Karte verzeichnet sind und den drei Freunden sowie uns Hörern noch viele weitere Abenteuer versprechen. Auch eine Gegenpartei kündigt sich an, die wohl für einige zusätzlichen Gefahren sorgen wird.


SOUND, MUSIK, ATMOSPHÄRE

Mit Geräuschen und Musik waren die Macher sehr großzügig, fast etwas zu verschwenderisch. Hervorragend abgemischt, sehr stimmungsvoll und wunderschön, doch leider etwas zuviel, weniger wäre in diesem Fall tatsächlich mehr gewesen. "Bombastisch" und "opulent" sind zwei Begriffe, die mir in den Sinn kommen und nicht so ganz zur Story passen wollen, die Atmosphäre etwas zu gewaltig. Auch hatte ich stellenweise den Eindruck, dass die Aufnahmen unterschiedlich entstanden sind. Ich kenne mich technisch nicht ausreichend aus, es konkret zu benennen, aber es schien mir, als wären unpassenderweise einige Sprecher weiter weg, näher dran, reiner und klarer zu hören und ein andermal wieder unsauberer und in schlechterer Qualität, stellenweise sogar mitten in einen Dialog hineingeschnitten. Es wäre gut daran zu arbeiten, in späteren Folgen einen gleichbleibenderen Klang zu erreichen, sodass die Folge "wie aus einem Guss" wirkt.

Die Sprecher gefielen mir sehr. Dirk Hardegen ist mir positiv bekannt aus >NIGHTLIFE< und der Serie CHRISTOPH SCHWARZ. Die anderen Namen sind meines Wissens noch relativ unverbraucht im Hörspielbereich. Es tut gut, zwischendurch einmal wieder neue Stimmen zu hören, bei denen man nicht sofort bestimmte Rollen assoziiert Alle drei machen ihre Sache prima, beweisen Emotion und Wandlungsfähigkeit. Stellenweise störend finde ich den starken Unterschied zwischen der eher hörspieltauglichen "normalen" Alltags-Sprache von Jonas und Mieke und der gewollt klischeelastigen Sprache von Flo. Metaler, ein wenig verpeilt und desorganisiert, spricht er im "Ey Alter" - Stil. Wäre eine gesamte Gruppe auf diese Weise vertont, würde es weniger auffallen, in diesem Kontext allerdings wirkt es für mich leider unnatürlich und bemüht.

Insgesamt ist JENSEITS DER KARTEN - RABENFELS für eine Erstproduktion hervorragend. Es ist zwar deutlich Spielraum nach oben, aber trotzdem konnte ich die Folge ohne besondere Störungen genießen. Ich bin begeistert und warte nun ungeduldig auf die Fortsetzung! :-)

Und weil ein wenig Werbung für das neue aber vielversprechende Label  sowie ein bisschen Zusammenarbeit unter Bloggern nicht schaden kann, möchte ich auf weitere Rezensionen verweisen:

SaschaSalamander 28.04.2012, 09.08

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