SaschaSalamander
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Das verlorene Symbol

brown_symbol_150_1.jpgDer neue Dan Brown, und ich konnte es nicht mehr erwarten. Die ersten beiden Romane Sakrileg und Illuminati waren erstklassige Unterhaltung. Literarisch hatte ich ein paar Dinge zu bemängeln, aber die Idee war neu, die Umsetzung klasse, man konnte es nicht aus der Hand legen, und es hat mich in seinen Bann gezogen. Auch Meteor gefiel mir sehr, von Diabolus ganz zu schweigen. Ein bisschen arg reißerisch alle, aber wie gesagt perfekte Unterhaltung und ein paar nette Infos über verschiedene Verschwörungstheorien, der Autor verfügte über eine Menge Background, und der Leser hing gebannt an seinen Lippen. Genialer Mix für einen abendfüllenden Kinofilm, was ja auch sehr schnell umgesetzt wurde.

Dieses Mal dagegen war ich bereits zu Beginn ... ach, bevor ich erzähle, kurz einmal die Handlung. Falls jemand noch nicht weiß, worum es geht ;-)

Robert Langdon wird gebeten, in Washington einen Vortrag zu halten. Und schwupps tappst er in die erste Falle und darf einem wortwörtlichen Fingerzeig folgen, den die abgetrennte Hand seines Freundes als Beginn einer langen Schnitzeljagd darstellt. Der Rest ist schnell erzählt, falls man die anderen Romane bereits kennt: eine wilde Hatz über viele berühmte Schauplätze der Stadt beginnt, in der es um mehr als nur ein kleines Menschleben geht. Es geht nämlich und die Apotheose, die Gottwerdung des Menschen und um das verlorene Wort, welches eine ungeahnte Macht in sich birgt.

Und nun könnte ich die Rezension ganz lange ausdehnen mit allem, was mich störte. Ich könnte es auch kurz fassen unter "dritter Aufguss". Was im ersten Roman begeisterte, gefiel im zweiten und ist im dritten nur noch ermüdend. Natürlich wird dieses Buch als Fortsetzung der ersten beiden gehandelt, es hat den gleichen Protagonisten, also sollte der Leser auch wieder etwas Ähnliches erwarten. Dass er allerdings exakt das gleiche bekommt, war dann doch enttäuschend für mich.

Die Handlung ist im Grunde exakt die selbe, nur dass Namen und Schauplätze vertauscht wurden. Außerdem geht es diesmal nicht um die katholische Kirche (naja, irgendwie schon am Ende) oder die Illuminaten, sondern die Freimaurer. Es wird eine recht ungewöhnliche Wissenschaft eingebracht, die "Neoetik". Und dazu ein paar interessante Fakten aus dem Web recherchiert, die man dann als neue Puzzleteile an die alten Stellen des vorherigen Buches setzt. Am Ende eines Kapitels ein Cliffhanger, damit es immer spannend bleibt. Zwischendrin unzählige Fachbegriffe und extrem intelligent klingende "Weisheiten", die bei genauer Betrachtung allerdings recht flach wirken und teilweise auch recht unangebracht sind.

In den ersten beiden Büchern habe ich noch mit den Helden mitgebangt, sie hatten für mich Leben, und ich konnte mich sehr gut hineinversetzen. Dieses Mal muss ich leider sagen, dass ich vom ersten Moment immer wieder darauf wartete, dass mich die Handlung endlich mitreißen würde. Ich habe bald mehr nebenbei gehört und war dann froh, als es sich dem Ende zuneigte, auf das ich so lange gehofft hatte. Leider wurde ich enttäuscht, und statt eines grandiosen Finales wie in den ersten beiden Büchern erwartete mich ein endloser Monolog, der dem Aufwand des Buches in meinen Augen nicht wirklich gerecht wurde. Auch, als Langdon in eine wirklich schlimme Situation gerät und alles verloren ist, berührte mich dieser Moment sogut wie gar nicht, er als Hauptheld interessierte mich nicht einmal.

Eigentlich würde ich das ganze jetzt gerne an Beispielen begründen und den Roman so richtig zerlegen, aber offen gesagt ist mir das zuviel Aufwand, ich wende mich lieber dem nächsten Buch zu. Ich weiß auch, dass ich mit meiner Meinung viele Gleichgesinnte habe, bei eingefleischten Fans nun aber womöglich Empörung hervorrufen werde. Aber gut, es muss nicht jedem alles gefallen, und ich werde auch das nächste Buch von Brown wieder lesen, vielleicht ist das nächste (welches bereits angekündigt wurde) dann wieder besser?

Und jetzt bin ich so richtig gespannt auf wilde Diskussionen! Wie fandet Ihr das Buch? Wart Ihr ebenso enttäuscht wie ich, oder könnt Ihr meine Meinung so gar nicht nachvollziehen, hat es Euch richtig gut gefallen?  Sollte man ein gutes Erfolgskonzept so richtig durchziehen, weil man das Rad nicht ständig neu erfinden kann? Oder wollt Ihr lieber aber dafür einzigartigere Bücher? Werdet Ihr den nächsten Brown lesen?

Feuer frei! ;-)

SaschaSalamander 11.11.2009, 19.37

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Kommentare zu diesem Beitrag

2. von Heike

Das ist wirklich ein Problem *seufz*

Genau das stört mich an Hörbüchern. Man weiß nie, ob nicht irgendetwas wichtiges weggelassen wurde. Deswegen werde ich auch nicht warm damit. Und beim richtigen Buch kann ich nach jedem Satz aufhören zu lesen, wenn ich will, während das beim Hörbuch nicht ganz so einfach ist, mittendrin Pause zu machen.
Ich werde berichten, wenn ich es gelesen habe. Wobei... Längen sind nicht gleich Längen. Ich glaube, das empfindet jeder Leser anders. Manche mögen die Längen, andere finden sie überflüssig. Kommt wahrscheinlich darauf an, welchen Bezug man zu einem Buch insgesamt hat und auf welches Thema sich diese Längen beziehen. Ich bin gespannt. Sie stören mich eigentlich nur, wenn ich das Buch grundsätzlich nicht mag.

LG
Heike

vom 13.11.2009, 16.25
Antwort von SaschaSalamander:

Naja, ich denke, etwas Wichtiges wird nicht weggelassen. Inzwischen sind die echt gut geworden mit Kürzen, und ich habe eigentlich nur ganz, ganz selten das Gefühl, dass mir etwas fehlt und ich das Buch lesen muss. Allerdings, diejenigen Werke, welche mir wirklich sehr wichtig sind, die lese ich schon. Aber in diesem Fall bei Dan Brown war mir das Hörbuch schon recht, ...

das mit der Pause ist auch beim Hörbuch kein Problem, auch da kann ich jederzeit abbrechen, der Player setzt bei mir genau dort wieder ein, wo er aufgehört hat. Und wenn ich dazwischen mal Musik hören will, mache ich mir halt eine Notiz, wo ich stehengeblieben war bei welchem Track.

Noch komplexer wäre es mit dem Ipod möglich, dass er auch Lesezeichen setzt, aber ich verwende normalerweise mp3 statt m4b, von daher kann ich das nicht nutzen ...

ja, das stimmt, es kommt immer darauf an, wie man zu einem Thema steht. Es gibt Filme, die können mir gar nicht lang genug sein. Oder auch bei Büchern. Wenn ich an Victor Hugo denke, "die Elenden", mein Lieblingsbuch, ich glaube, es braucht 100 Seiten, um den Bischof zu beschreiben, der eigentlich nur eine kleine (wenn auch extrem wichtige) Nebenrolle (eben trotz allem nur eine Nebenrolle) einnimmt. Oder er beschreibt in einem EIGENEN Kapitel den Zustand, die Geschichte etc der Pariser Kanalisation, das kann sich schon ziehen, wenn man sich nicht sosehr für sowas interessiert. Ich habe es geliebt, aber eher wegen der Worte und seiner Sprache

1. von Heike

Hallo Chris, bei mir liegt noch das Buch ungelesen herum. Ich hoffe, ich werde es noch in diesem Jahr schaffen, es zu lesen. Vorher kommen allerdings noch zwei Wanderbücher zu mir. Werde dann beizeiten in die Diskussion einsteigen. Ich erwarte gute und spannende Unterhaltung, wie in den zwei vorherigen Büchern. Mehr nicht. Was wirklich anspruchsvolles erwarte ich nicht. War das Hörbuch gekürzt?
LG
Heike

vom 12.11.2009, 11.57
Antwort von SaschaSalamander:

ooooh ja, das Problem kenne ich: man möchte etwas lesen, aber es gibt so viele andere Sachen, die davor noch wegmüssen *hihi*

Es waren lediglich 6 CDs, 765 Seiten Buch stehen dagegen. Ich gehe schon stark davon aus, dass es gekürzt ist. Allerdings empfand ich auch bei der CD sehr viele Längen, die sich zogen. Spätestens beim fünften Rückblick auf die immergleiche Szene hing es mir zum Hals raus ...

Aber, wie gesagt, ich kann mir vorstellen, dass es anderen sehr gut gefällt. Ich bin schon SEHR gespannt, was Du dazu sagen wirst! :)


 






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