SaschaSalamander
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Ausgewählter Beitrag

Das Scheißleben meines Vaters

altmann_bio_1.jpgEine Rezension werde ich nicht schreiben. Denn DAS SCHEIßLEBEN MEINES VATERS, DAS SCHEIßLEBEN MEINER MUTTER UND MEINE EIGENE SCHEIßJUGEND ist kein Roman, sondern es ist eine Biographie, eine Katharsis, eine Abrechnung, ein Schicksal. Es sind die persönlichen Gedanken eines Mannes. Was sein Ziel des Schreibens war, weiß ich nicht. Vielleicht wollte er mit seiner Familie, den alten bigotten Moralvorstellungen der Altöttinger und den heuchelnden Wallfahrern abrechnen. Vielleicht wollte er es endlich mal rauslassen und sich davon befreien. Vielleicht wollte er einfach nur erzählen. Ich weiß es nicht, und es geht mich auch nichts an.

Der Autor ist bekannter Reisejournalist und hat bereits viele Bestseller veröffentlicht sowie für Magazine wie Geo geschrieben und auch einige Preise für sein Werk erhalten. Mir persönlich war er bis zum Erscheinen dieses Buches nicht bekannt, da ich mich weniger mit dem Genre Reisen befasse, aber an diesem Titel kann man schlecht vorbei, und ich habe einiges davon gehört.

Er beschreibt seine Jugend im bayerischen Wallfahrtsort Altötting. Die prügelnden Lehrer, die scheinheiligen Pfaffen, die heuchelnden Wallfahrer. Aber vor allem seine Familie. Die Mutter, die ihn als Baby töten wollte und später die Kinder alle im Stich ließ und statt die Kinder gegen den Vater zu verteidigen einfach floh. Und den Vater, den Tyrann, das Arschloch. Prügelnd, schreiend, unberechenbar.

Altmann erzählt von seinen Träumen als Kind und deren Platzen, von seinem Versagen. Von seiner Hilflosigkeit gegen den Tyrann. Und es ist verdammt harter Tobal. Ich konnte das Buch nicht am Stück lesen, sondern zum Glück sind die Kapitel sehr kurz, teils nur eine halbe Seite, manchmal mehrere Seiten, sodass ich immer nur ein paar einzelne Seiten las und das Buch auf etwa zwei Wochen verteilte. Nein, das kann man nicht leicht verkraften, was er schreibt.

Wie gesagt: ein Urteil dazu maße ich mir nicht an. Was ich aber sagen kann: es war hart zu lesen, und "gefallen" ist das falsche Wort. Aber es fesselte. Ein so ehrliches und offenes Buch habe ich selten gelesen, und der Autor schönt nichts, weder sprachlich noch inhaltlich. Und er schont auch nicht, weder der Leser noch sich selbst. Knallhart und direkt seine Worte. Ich habe das Buch gern gelesen. Aber jetzt bin ich froh, dass es vorbei ist. Neugierig auf seine anderen Titel wurde ich allerdings, vielleicht werde ich mir hier und da mal ein Buch von ihm schnappen, der Buddha-Titel klingt schon mal sehr interssant, ...

SaschaSalamander 22.11.2011, 10.30

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Kommentare zu diesem Beitrag

1. von Kerstin

Das klingt irgenwie sehr interessant. Wo mir diese Bigotterie in der Familie auch nicht ganz fremd war. Werd mich da mal näher umsehen. Danke Dir!
LG KErstin

vom 22.11.2011, 22.17
Antwort von SaschaSalamander:

es lohnt sich auf jeden Fall! Schön ist es nicht, aber das wollte der Autor nicht. Aber sehr bewegend und bereichernd :-)


 






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