SaschaSalamander
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Das Fest

grisham_fest_150.jpgHier geht es mal nicht um den Klient, die Jury, das Urteil, die Kammer, die Geschworenen, den Richter, das Testament, den Regenmacher, den Gefangenen, die Schuld, die Liste, den Verrat, die Akte, die Firma, die Begnadigung, den Partner den Zeugen, die Bruderschaft oder andere ähnliche Justizthemen, sondern diesmal geht es um "das Fest". Nämlich das Weihnachtsfest. Kein Angeklagter vor dem Richter, keine fiesen Machenschaften einer Großfirma, kein unlösbarer Fall vor den Obersten der Oberen, sondern einfach nur ein Weihnachtsfest ... oder besser darum, dass ein Ehepaar es gerne ausfallen lassen möchte, wenn die Tochter nun mit dem Friedenskorps in Peru weilt.

Luther wird es während der ersten Vorbereitungen für das Weihnachtsfest zuviel. Kurzentschlossen lässt er sich im Reisebüro eine Kreuzfahrt verkaufen. Nun muss er das noch seiner Frau erklären. Gemeinsam sind sie anfangs zwar etwas unsicher, doch immer mehr genießen sie die Freude auf die gemeinsamen 10 Tage auf See, von Insel zu Insel, unter Palmen, in strahlendem Sonnenschein. Haufenweise gespartes Geld (trotz der teuren Kreuzfahrt), kein Stress.

Allerdings ist es gar nicht so leicht, das Fest einfach ausfallen zu lassen. Die singenden Kinderchöre der Tür zu verweisen, den Nachbarn die Möglichkeit auf die bestdekorierte Straße zu nehmen, den Polizisten keine Kalender und Stollen zu gemeinnützigen Zwecken abzukaufen, nicht im Gottesdienst zu sitzen. Sondern statt dessen sogar einige Pfunde zu verlieren und so richtig entspannt auszusehen. Alles geschafft, als am allerletzten Tag vor Abfahrt plötzlich die Tochter anruft und eröffnet, dass sie mit ihrem neuen Verlobten, den sie vor ein paar Wochen kennenlernte, nun doch am Heiligen Abend - also in ein paar Stunden - vor der Tür stehen wird und sie sich schon sosehr darauf freut, ihrem peruanischen Doktor das typisch amerikanische Weihnachten im Hause Luther und Nora zu präsentieren ...

och, jah ... die ersten Kapitel zogen sich für mich ein wenig hin, aber dann, wenn es wirklich ans Eingemachte geht, wird es witzig. Es ist schon verrückt, wiesehr die Familie in ihrer kleinen Stadt eingebunden ist, und wie schlecht sie sich nun auf Arbeit, im Freundeskreis, in der Nachbarschaft und Verwandtschaft plötzlich herauswindenkönnen. Die "Drohungen" der Nachbarn sind schon recht skurill, sie fordern "Freiheit für Frosty", schließlich muss dieser das Jahr in den Kellern der Familie verstauben! Und so gibt es allerhand skurille Szenen, denen sich das Ehepaar stellen muss. Das Ende dann ist wirklich überhektisch und richtig genial.

Schade finde ich nur, dass das Buch anfangs für Weihnachtsfreunde- und Gegner gleichermaßen lesbar ist. Ich zähle mich zu letzteren, kann diesem Geblinke und falschem Getue nicht wirklich etwas abgewinnen. Trotzdem hatte ich meine helle Freude am Buch. Das Ende allerdings, nein, ich finde, das hat Grisham verbockt. Ein "Happy End" hätte in diesem Fall anders ausgesehen, und soviel Schmalz, wie am Ende aus den Seiten - bzw aus meinem CD-Spieler - quoll, wünschte ich fast, ich hätte es nicht gehört. Nein, ich hätte mir ein komplett anderes Ende gewünscht ... denn die Moral von der Geschicht ist eine sowas von affig-albern-dämliche, ...

Charles Brauer liest das Hörbuch prima. Anfangs ein wenig trocken, im Laufe der Zeit passt seine Stimme mit dem unterschwelligen ironischen Ton sehr gut zur kompletten Handlung, und auch am Ende weiß er zu überzeugen.

naja, trotzdem gefiel mir das Buch soweit sehr gut, blödes Ende hin oder her (und den meisten wird es wohl gefallen) ... und ich kann es kurz vor den Feiertagen wirklich nur jedem ans Herz legen. Denen, die sich auf Weihnachten freuen, und denen, die es gerne vermeiden würden und erst im neuen Jahr wieder unter ihren Decken hervorkriechen wollen ...

SaschaSalamander 19.12.2007, 16.56

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Kommentare zu diesem Beitrag

1. von Tanja

Das klingt so gar nicht nach John Grisham, wie man ihn bisher kennt. Ich slebst bin nciht wirklich ein Freund von Hörbüchern, dafür aber ummso mehr eine Leseratte. Solche Rezessionen sind denoch nciht uninteressant für mich. Also vielen Dnk für diesen "Buchtipp" der besonderen Art... Ich werde mir einmal das Buch zu Gemüte ziehen... nach dem ganzen Weihnachtsstreß.

Denoch wünsche ich dir ein gesegnetes und ruhiges Weihnachtsfest. :buch:

vom 23.12.2007, 22.03


 






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