SaschaSalamander

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Alles schlecht jawollja

In letzter Zeit fällt mir auf, dass ich ständig etwas an den Büchern, die ich lese, zu bekritteln habe. Sogar an Büchern, die eigentlich aktuell sehr gut verkauft werden, etwa Eragon, Herr der Ringe, Magyk, Lycidas, div. Hohlbein, Pompeji, Bartimäus, Tintenblut, div. Mankell, und andere. Umgangssprachliche Formulierungen. Ständige Wortwiederholungen. Schlechter Handlungsaufbau. Platte Dialoge. Spoiler von Verlag und Autor. Flache Charaktere. Unglaubwürdige Handlungsweisen der Charas. Und unzählige Dinge mehr, die mich in der letzten Zeit hier und dort gestört haben, auch wenn ich die Bücher ansonsten nicht übel fand. Ich habe überlegt, woran das liegen könnte. Ich sehe es relativ wertfrei, denn Gefallen ist einfach Geschmackssache. Daher die unten genannten Möglichkeiten eher als scherzhafte Überlegungen mit gewissen ernsten Hintergründen, ohne eine Seite besser oder schlechter darstellen zu wollen. Denn am Ende ist es wohl eine Mischung aus allem. Außerdem, was beschwere ich mich, sollte es erst einmal selbst besser machen ;-)

Gründe auf Seiten der anderen:
- Zuviele Bücher werden gehypt des Geldes wegen
- Autoren, die nichts können, wollen dennoch veröffentlichen
- Lektorarbeit wird bei "großen" Autoren oft immer oberflächlicher
- Die Leser denken anfangs genauso, folgen dann aber dem Hype
- Den meisten Lesern fallen diese Dinge nicht auf

Gründe von meiner Seite:
- Ich bin ein alter Miesepeter
- Ich habe inzwischen einfach zu viele Bücher gelesen
- Ich werde aufgrund zu hohen Konsumes immer wählerischer
- Ich bin ein Korinthenkacker
- Ich habe ein geschultes Auge für Sprache und Aufbau
- Ich empfinde Dinge als schlecht, bin aber die Einzige
- Ich getraue mich zu sagen, was sich sonst keiner traut
- Nach Hugo, Bemman, Kafka, Cervantes, Isau, Coelho, Poe
und Snicket kann es für mich keine guten Bücher mehr geben

SaschaSalamander 08.02.2006, 19.57

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Kommentare zu diesem Beitrag

7. von Sandra Kritsch

Hi!
Nein, ich sehe das genauso wie du. Teilweise stehen Sätze in Büchern, wo ich mir nur am Kopf greif. Keine Frage, ich kann nicht schreiben, aber wäre ich eine Lektorin würde ich so ein Buch nicht abzeichnen.
Das beginnt schon beim Herr der Ringe, die neue Ausgabe. Da wird Frodo als "Chef" angeredet. Schrecklich! In der alten Version wird er als "Herr" betitelt. Ich denke für diese Zeit, ist Herr, allein schon wegen dem Titel, unerlässlich. Ich habe die alte Ausgabe gelesen, und die neue leg ich mir ganz bestimmt nicht zu. Jedesmal wenn Sam zu Frodo "Chef" sagt, drehts mir den Magen um.
lg Sandra

vom 20.02.2006, 18.54
6. von Biene

*lach* Ja, ja, wir peniblen Bücherwürmer ... Aber wenn ich die anderen Kommentare so lese stehst Du ja nicht allein da!
Bei mir liegt es auch oft an der "Tagesform" - es gibt Tage da les ich über manches einfach drüber, es gibt Tage da regen mich Kleinigkeiten auf und ich würde das Buch am liebsten in die Ecke pfeffern.

LG, Biene

vom 09.02.2006, 18.49
Antwort von SaschaSalamander:

Nee, da bin ich auch froh, dass es nicht nur mir so geht, könnte sonst einpacken hier, weil alle denken, meine Rezis treffen nie zu, und außerdem mecker ich nur *g*. Finde interessant, wie manche Meinungen dann doch vom "Mainstream" der üblichen Kundenrezis, Erfahrungsberichte etc abweichen ;-)

Ja, die Tagesform ist immer entscheidend. Es gibt Bücher, die ich ein andermal nochmals lesen werde, etwa Lycidas. Aber momentan haben mich Sprache und Stil zusehr genervt ...

5. von Mort

Ich finde, dass ist wie mit Wein.
Zu Anfang säufst du jeden Mist und bis begeistert solange es ordentlich knallt. Und irgendwann spezialisierst du dich und dein geschmack (bzw deine Zunge) wird geschulter und erkennt selbst feinste Unstimmigkeiten. Und immerhin ist Kritik dann auch immer noch etwas Individuelles.
Ich glaube, sollte meine Geschichte jemals raus kommen, wenn du mir eine positive Kritik gibst, dann kann ich wirklich mit hoch erhobenen Haupt durch die Gegend stolzieren ;).
Aber so Pfennigfuchserei kommt bei mir und einigen Büchern auch vor. Dann beschwere ich mich wegen simpelsten Sachen. Eben weil ich Besseres kenne.

vom 09.02.2006, 14.40
Antwort von SaschaSalamander:

Guter Vergleich mit dem Wein *g*

Ich bewerte ungern die Werke von Freunden oder Bekannten, eben weil ich so pingelig bin *rotwerd* ... denn Gemecker an diesem oder jenem heißt ja nicht, dass etwas schlecht ist. Bei Rezensionen von Erstwerken (z.B. vor allem bei deutschen Mangakas oder Eragon) versuche ich dann, neben den Schwächen auch Stärken herauszuarbeiten, manchmal sehr leicht und manchmal eher schwer. Aber ich befürchte oft, dass es zu schleimig wirkt, wenn ich dies tue ... schwere Sache das ist ;-)

4. von

Ich habe ein geschultes Auge für Sprache und Aufbau

So ergeht es meinen Mann auch sehr. Ich dagegen nicht so stark, weil mein Problem die Sprache ist. Aber bei Zahlen und Krativität ist es da anders. Ich denke einer der mit Sprache Jonglieren kan, ich nicht leicht zufrieden zu stellen.

LG Kathrin

vom 09.02.2006, 12.16
Antwort von SaschaSalamander:

Dafür merk ich nicht, wenn sich einer mit Zahlen vertut *lach* ... oder manche Logikfehler gehen einfach an mir vorüber ;-)
3. von Falk (Psycho-Blog)

Bücher gehören zu den Produkten, die man erst dann (für sich selbst!) beurteilen kann, wenn man sie fertig- oder zumindest angelesen hat. Insofern sagt der Verkaufserfolg noch nicht wirklich etwas über die Güte aus.

vom 09.02.2006, 11.21
Antwort von SaschaSalamander:

Das stimmt. Oft liegt der Verkaufserfolg nur am Marketing. Aber oft sprechen sich Bücher auch herum, und wenn die Erfolgszahlen hoch sind und ich positive Reaktionen von den Lesern im Freundeskreis oder Internet erfahre, dann vermute ich meist, dass da doch vielleicht ein bisschen was dran ist. Und ich frage mich oft, ob ich dann anspruchsvoller oder mäkeliger bin, oder ob die anderen sich nicht zu sagen trauen, dass ihre Meinung dem vermeintlichen Mainstream widerspricht ...
2. von Pat

Ich habe das Problem immer bei Folgeromanen von Autoren. Ich lese dann den ersten Roman, finde ihn super toll, kaufe mir dann einen weiteren Roman und bin enttäuscht. Ich vermute, es liegt daran, dass man schon mit einer gewissen Erwartungshaltung an einen Autor oder Buch herangeht. Sind meine Erwartungen hoch, kann ich fast nur enttäuscht werden. Habe ich keine oder nur geringe Erwartungen, kann ich nur überrascht werden.
Aber ich gebe dir Recht, dass viele Bücher oft nur "nach"geschrieben sind, und auf einer aktuellen Welle mitschwimmen. Dann ist das ein Abklatsch vom Abklatsch vom Abklatsch... Bähhh...

Ich hatte übrigends bei Coelho dieses Phänomen, als ich den Wanderer las. Die meisten Geschichten kannte ich schon - von anderen Autoren!?!? Da stellte sich mir die Frage: Wer war zuerst da oder wer hat von wem abgeschrieben? Hat mir ein wenig das Buch versaut.
Wie du siehst, ergeht es nicht nur dir so.

Lieben Gruß Pat

vom 09.02.2006, 09.18
Antwort von SaschaSalamander:

Nicht immer, aber häufig ist das tatsächlich der Fall. Ich denke halt, exakt nochmal das gleiche kann man nicht bringen, denn gerade die besonders tollen Bücher sind ja oft deswegen so toll, weil es etwas neues, besonderes ist. Und nochmal das gleiche ist öde, aber nochmal etwas neues? Wer schafft es schon, mehrere Neuartigkeiten in seinem Leben produzieren, so etwas ist schwer ...

Die Frage habe ich mir auch schon oft gestellt, was dann zu erst da war, so ging es mir mit dem Alchemisten, dieses Thema finde ich seitdem ständig irgendwo. Fiel es mir vorher nicht auf, weil ich durch dieses Buch erst darauf stieß? Oder haben es alle nachgemacht? Oder hat er alte Themen aufgegriffen?

1. von angelcurse

Tja Sara, das werden wir wohl nie erfahren :zwinker: Aber ich glaube schon, dass man mit der Zeit wählerischer wird wenn man viel liest, das ist nicht ungewöhnlich. Es ist hinsichtlich der Tatsache aber ungünstig, dass man eben denkt man würde *nie* etwas wirklich Gutes lesen ;) Mir fallen die von dir geschilderten Dinge auch oft auf, eigentlich meistens. Aber es ist wohl kaum zu ändern, deshalb versuche ich mir nichts daraus zu machen... :haeh:

vom 08.02.2006, 20.49
Antwort von SaschaSalamander:

Och, zwischendurch gerät man schon an etwas wirklich supergutes, und das ist dann immer etwas ganz Besonderes. An Lemony Snicket könnte ich jetzt nix aussetzen *grinz* ... oder bis auf einige Längen (besonders im zweiten oder dritten Band, als Rebecca ... neeee, ich verrat nix) konnte ich damals nix am Kreis der Dämmerung finden (vielleicht wäre das heute anders, keine Ahnung) ...

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