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Tag: Sex

2 men kissing

skylark_2men_150_1.jpgDiesmal keine Romantik und kein SM, sondern ein homoerotischer Roman. Was da nicht alles zufällig in meinem Regal liegt ;-)

"2 men kissing" ist eine Anthologie von Skylark und Beck, die in 24 Kurzgeschichten verschiedene Phantasien schildern. Die Geschichten sind unterschiedlichster Spielart und dürften verschiedene Geschmäcker bedienen. Da gibt es zum Beispiel Sci-Fi mit zwei außerirdischen Brüdern, auch Fantasy mit einem knackigen Fischmann oder zarte Romantik, sogar ein kleines Drama und ein wenig softe Horrorelemente sind zu lesen.

Sehr schön finde ich, dass die Geschichten nicht des Sex wegen geschrieben wurden, sondern vor allem Inhalt haben und Gefühl vermitteln. Kommt nicht oft vor, und hier waren die beiden Autoren meiner Ansicht nach sehr kreativ. Ein paar Beispiele gefällig? ;-)

Eine Archäologin findet bei Ausgrabungen etwas, womit sie niemals gerechnet hätte. Zwei Jugendfreunde treffen sich nach vielen Jahren wieder und bekennen sich ihre Gefühle. Ein junger Mann bekommt täglich Blumen von einem geheimen Verehrer geschenkt, macht sich auf die Suche nach ihm und findet etwas Erstaunliches. In der Disco treffen sich zwei Männer, von denen sich einer als blind entpuppt, und bald wird die aufkeimende Freundschaft von einem schlimmen Ereignis überschattet. Ein Krankenhausbesuch entwickelt sich dank der Latexhanschuhe des Arztes anders als geplant. Und ein ganz besonderer nächtlicher Besucher verändert das Sexleben eines von der Ehe frustrierten Mannes.

Doch, die Ideen finde ich interessant. Auch gefällt es mir, dass es nicht pornographisch zur Sache geht und wild durch die Gegend gerammelt wird, sondern dass es dezent bleibt. Das, was angedeutet wird, ist häufig erotischer als zu intime Details, das gilt nicht nur für Filme und Bilder, sondern auch für Literatur.

Schade allerdings finde ich, dass es dann auf Dauer nach mehreren Geschichten langsam eintönig wird. So schön die Romantik und die Gefühle sind, irgendwann ab der Mitte des Buches fehlt mir dann doch ein wenig die Action. Am Stück ließe sich dieses Buch für mich keinesfalls lesen.

Wer Hardcore bevorzugt und Bücher liebt, in denen es so richtig "zur Sache geht", sollte definitiv die Finger von diesem Buch lassen. Wer Romantik, nette Rahmengeschichten, knackige Jungs und Zärtlichkeiten mag, wird dieses Buch lieben. Wer zwischendurch Abwechslung in seinem literarischen Liebesleben möchte, sollte alle paar Tage in kleinen Dosen eine Geschichte zu sich nehmen und nicht zu viele Stories am Stück lesen :-)

Erowyinn 23.06.2010, 21.53 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Weichgekocht und Zimtfeuer

weichgekocht.jpgEin erotisches Lesebüchlein, das mich vor einigen Wochen wider Erwarten sehr begeistert hatte, war "Weichgekocht", eine Anthologie aus dem Dienstwerk-Verlag. Wieder einmal eine Sammlung von Geschichten, wie ich sie auch schon aus anderen Heften und Büchern kenne, mein Interesse an diesem Buch war sehr gering. Doch ein Freund bekam es geschenkt, war begeistert und lieh es mir sofort aus. Eher genervt begann ich die erste Geschichte zu lesen und musste plötzlich laut lachen. Clever, humorvoll, mit einer witzigen Pointe und doch recht anregend beschrieben. Ob die zweite Geschichte genauso spannend sein würde? Sie war es. Und so fraß ich mich gierig von einer Geschichte zur nächsten, enttäuscht, wie rasch ich das Buch beendet hatte.

Und nun erschien vor ein paar Tagen ein zweiter Band: "Zimtfeuer". Nennt sich wie auch der Vorgänger bereits "ein SM-Lesebuch", doch im Grunde eigentlich eine Sammlung erotischer Geschichten, die auch für Freunde normaler Erotik ein Genuss sein wird. Denn im Grunde sind es prickelnde Geschichten voller Leidenschaft und Erotik, gewürzt mit jeder Menge Humor und Selbstironie. Und sehr, sehr viel Kreativität.

Was mich an anderen Büchern dieses Genres oft stört, sind die Sprache und der Inhalt. Die Sprache in "Weichgekocht" und "Zimtfeuer" jedoch ist allein schon aufgrund der vielen Autoren sehr abwechslungsreich. Fernab von platten Phrasen, wie man sie sonst häufig liest (Luststab, Lustgrotte, Lustsaft, praller Stab, mächtiges Glied und ähnlich dämliche Bezeichnungen, bei denen ich nicht weiß, ob ich lachen oder weinen soll) gelingt es den AutorInnen, beim Leser das Lustzentrum DORT anzusprechen, wo es eigentlich sitzt: nicht irgendwo zwischen den Beinen, sondern direkt im Gehirn.

Und der Inhalt - in vielen Büchern fehlt er oder ist klischeebeladen ohne Ende. Graues Mäuschen trifft reichen Schönling, sie dürfen einander nicht besitzen, es funkt gewaltig, es gibt ein paar Hindernisse, et voila erst sexelt es, und dann sind sie zusammen. Hier dagegen war ich oftmals von dem Einfallsreichtum der AutorInnen begeistert. Witzige Wendungen, clevere Varianten und spannende Handlungsabläufe, deren Ende nicht unbedingt vorhersehbar ist. Selbst, wenn manche der Geschichten nur eine oder zwei Seiten lang sind, bauen sie in sich selbst eine Spannung auf und ziehen den Leser in ihren Bann.

Und es ist für jeden Geschmack etwas dabei. Gut, wer die reine Blümchenvariante unter der Bettdecke ohne Licht bevorzugt, sollte vielleicht doch die Finger davonlassen. Doch für jeden, der es gerne abwechslungsreich liebt, ist etwas dabei. Teilweise etwas heftigere Varianten mit Dominanz und Unterwerfung, aber auch sinnlich-verliebte Abenteuer. Sogar der Bereich Fetisch kommt nicht zu kurz: welcher Mann mag es denn nicht, wenn eine Frau ihre Beine in glänzendes Nylon verpackt und hübsche Schuhe trägt? Und welche Frau liebt es nicht, mit dem Reiz, welchen sie auf die Männer darin ausübt, zu spielen? Auch geheimnisvolle Kurzgeschichten gibt es, die fast schon in den Bereich Dark Fantasy passen könnten. Traurige und nachdenkliche Erzählungen, die von Tod oder Behinderung handeln und den Leser bewegen, das Thema Sexualität von einer völlig neuen Seite zu betrachten.

Manchmal gehen die AutorInnen auch noch einen kleinen Tick weiter: es gibt Geschichten, von denen sich manche tatsächlich so abspielen könnten. Doch es gibt auch prickelnde Phantasien, die man gerne nachwirken lässt, wohlwissend, dass sie reines Kopfkino bleiben werden.

Und was ebenfalls gefällt: diese Geschichten sind realistisch gehalten. Während man in diesen klassischen Liebesromanen sich in eine allzu unrealistische Heldin hineinversetzen muss und von einem Prinzen träumt, wie man ihn eh niemals haben wird, sind diese Erzählungen aus dem Leben gegriffen. Sie malen keine unerreichbaren Luftschlösser, sondern sie zeigen, dass Pannen kein Drama sind und Fehler dazugehören. Dass Liebe und Sex nicht perfekt sein müssen. Sie zeigen den LeserInnen: auch Du kannst Lust daran haben, wenn Du es nur zulässt. Und wenn Du bereit bist, zu lernen und manchmal auch über Dich selbst zu lachen ...

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Zu gerne würde ich einzelne Geschichten hier erzählen. Doch ich begnüge mich damit, Euch ein wenig den Mund wässrig zu machen. Ihr sollt schließlich selbst einmal hineinlesen. Deswegen zum Abschluss anstelle des Fazit einfach ein paar Anreize zu einigen Geschichten, die mir besondesr gefielen ;-)

zimtfeuer.jpgDa gibt es zum Beispiel den Dom, der sich wohl etwas überschätzt hat und dann vor einer völlig unerwarteten Situation steht. Oder den Mann, der seine Traumfrau gefunden hat und feststellen muss, dass Perfektion gar nicht so erstrebenswert ist. Eine Frau, die bei einem Blind Date von ihrem Partner versetzt wird und dann eine überraschende Begegnung mit dessen Nachbar verlebt. Die Schriftstellerin, in deren neuem Anwesen es nicht mit rechten Dingen zugeht. Das Callgirl, das zum Rollenspiel gerufen wird und dort einem recht widerwilligen Kunden gegenübersteht.

Erowyinn 28.12.2009, 14.27 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Schlechter Sex

ming_sex_150_1.jpgIn meinem Buchforum, in den Buchhandlungen, im Internet, bei Tauschticket, überall bin ich ständig auf die Buchreihe schlechter Sex" gestoßen. Weil ich sowas wohl noch nicht hatte *vg*, wollte ich doch mal wissen, was andere so darunter verstehen. Will ja schließlich mitreden können, wie sowas ist ;-)

in dem ersten Band der Reihe schildern 33 Frauen ihre (so der Titel) lustigsten, peinlichsten und absurdesten Erlebnisse. Im zweiten Buch dürfen dann die Männer ablästern, im dritten Teil wetzen erneut die Frauen ihre Messer.

Ich versprach mir von dem Buch eine Sammlung von Anekdoten. Denn Sex ist lustig, und manchmal läuft eben auch etwas schief, harmlos aber witzig. Vielleicht Erwischtwerden beim Outdoor, oder wie im Buch geschildert eine vermeintliche Tube Massageöl mit ungewöhnlichem Inhalt, ein zusammengekrachtes Bett mitten im Rollenspiel. Ähnliche Dinge wie diese eben, ein wenig peinlich, aber gutartig und witzig.

Aber die Geschichten haben mich eher erschreckt als amüsiert. Irgendwie taten mir die dort angefeindeten Männer sogar in den meisten Fällen sehr leid. Mit sehr wenigen Ausnahmen ist allen Kurzgeschichten etwas gemeinsam: eine Frau, die sich mit einem Typen abgibt, dessen Namen sie nicht einmal kennt, der ihr unsympathisch ist, sie trinkt dann eine Menge Alkohol, und weil sie einfach mal nicht alleine auf ihr Zimmer gehen  und dort poppen will, nimmt sie diesen Unsympathen eben mal mit.

Dass dieser Mann ihr schon zuvor zuwider war (was nicht negativ für den Mann sein muss, manchmal passen zwei Menschen eben einfach nicht zusammen), spielt keine Rolle, sie hat trotzdem Sex mit ihm. Und ist dann auch noch schockiert, wenn das  billige Kondom reißt (oder er es mittendrin abzieht) und sie in der Broschüre einer Apotheke erfahren muss, dass nicht nur das fehlende Gummi eine Gefahr war, sondern sogar Oralsex Krankheiten übertragen kann! Wenn der Mann zu früh kommt, kann man auch nicht reden und sagen "möchtest Du mich nicht noch anders verwöhnen", sondern dann ist man sofort beleidigt, macht entweder gute Mine zum bösen Spiel oder rennt wutentbrannt aus der Wohnung und bezichtigt ihn anschließend in einem öffentlichen Printmedium als den schlechtesten Liebhaber ever.

Die "Todsünden", die dargestellt werden, sind keine Todsünden, sondern mangelnde Kommunikation. Eine Frau sucht einen Fick für die Nacht (so der Sprachstil des Buches) und gerät an einen Mann, der sich in sie verliebt. Sie serviert ihn eiskalt und gnadenlos vor den Augen der anwesenden Arbeitskollegen ab. Armer Mann, dass er nicht nur das Eine von ihr wollte, sondern tatsächlich Gefühle für sie empfand! In einem anderen Fall wird eine unterschiedliche sexuelle Neigung als Todsünde bezeichnet.

Witzig auch die Doppelmoral der Geschichten. Eine Frau erzählt von ihrem Prollurlaub und davon, wie sich die Männer einen nach dem anderen schnippisch abweist, ärgert sich aber eine halbe Seite später darüber, dass keiner der dort anwesenden Männer sie begehrte und mit ihr etwas anfangen wollte. Später nimmt sie an einer Misswahl des Badeortes teil und ist wütend, als Titten der Gewinnerin mehr wert sind als ihr gesamtes Aussehen und ihre Persönlichkeit. Wie können die Männer es wagen, alle nur "ausziehen" zu rufen! Und dann gewinnt auch noch diese widerwärtige Schlampe, die tatsächlich ihr Oberteil auszog! Als eine Seite später der Mister gewählt wird, steht sie in erster Reihe, um "ausziehen, ausziehen" zu rufen.

Ich wünschte, ich könnte sagen, die Geschichten sind alle erfunden. Aber leider, leider kann ich aus eigener Erfahrung in meiner Tätigkeit als Sozialarbeiter sagen, dass es solche Menschen und Meinungen tatsächlich gibt. Dieses Buch ließ mich immer wieder an "Deutschlands sexuelle Tragödie" denken. Mit dem Unterschied, dass dieses ein Buch ist, welches die traurigen Verhältnisse aufzeigen soll, in welchen Jugendliche heutzutage ihre Vorstellung von Sex entwickeln, "schlechter Sex" dagegen als Normalität dargestellt wird und sich über andere lustig machen soll.

Nennt mich altmodisch, aber - ich bin der Ansicht, guter Sex beginnt im Kopf (jaja, Mund auf, der Spruch ist alt). Man redet, man verführt sich, man lernt sich kennen. Jeder in seinem eigenen Tempo und jeder so, wie er es sich seinen Neigungen entsprechend wünscht. Wer ohne zu fragen mit dem Erstbesten ins Bett steigt (teilweise sind es in diesem Buch ja eher Toiletten, billige Hotelzimmer, Swimmingpools, Swingerclubs und ähnliche Klischees) und davor eine Menge Alkohol konsumiert, der sollte sich nicht wundern, wenn es nicht nach Plan läuft. Ich will dieses Vorgehen nicht verurteilen, jedem wie gesagt sein eigener Stil, aber dann bitte nicht wundern, ...

ich habe alle drei Bücher hier, einzelne Geschichten werde ich wohl überfliegen (sind einfach optimal für eine kurze Sitzung im Bad oder ein paar Seiten vor dem Schlafengehen, ohne Anspruch einfach zum Hirnabschalten). Aber ein weiteres Rezensieren der anderen Bände lohnt sich nicht, denn bereits beim Überfliegen sah ich, dass die Reihe nicht wirklich an Niveau zugelegt hat.  Nur soviel: Das Männerbuch habe ich bereits gelesen, und eines stelle ich fest: Frauen lästern und schimpfen wie der Teufel, obwohl sie eigentlich in den meisten Fällen selbst Schuld tragen. Männer dagegen schneiden für mich in dem zweiten Buch erstaunlich gut ab, geben oft zu verstehen, dass es eben "einfach nicht zusammen gepasst hat" oder dass es an ihrem eigenen Verhalten lag, statt nur bösartig über die Frauen herzuziehen.

Meine Empfehlung? Nun ja, wie gesagt: für jeden, der ab und zu mal etwas braucht, um ein paar Minuten abzuschalten. Keine fortlaufende Handlung, die man sich merken müsste. Heute im Bad mal eine vierseitige Story. Nächste Woche mal zwei Seiten, wenn man nicht einschlafen kann. Aber lehrreiche Erfahrungen, wirkliche Hilfestellungen über "gut" oder "schlecht", das sucht man vergeblich. Doch seichte Unterhaltung, die findet man. Und manchmal sucht man sie ja auch ... es kann nicht immer nur anspruchsvolles Hirnfutter sein. Doch wie gesagt: danach bitte nicht wundern ...

Erowyinn 09.12.2009, 10.31 | (0/0) Kommentare | TB | PL

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