SaschaSalamander

Ausgewählter Beitrag

Spoiler von Seiten Autor und Verlag

Es ärgert mich immer maßlos, wenn ein Buchtitel oder der Klappentext zuviel über den Inhalt eines Buches verraten. Ein Spoiler, der sich nicht umgehen lässt. So geschehen etwa bei dem Jugendbuch >"Das Geheimnis des Kartenmachers"<, wo der Titel bereits das Geheimnis, welches erst recht spät gelüftet wird und einen Großteil der Spannung ausmacht, verrät, nämlich die eigentliche Identität des Protagonisten. Im Buch "Feuer" von Wolfgang Hohlbein beinhaltet der Klappentext in wenigen Sätzen den Inhalt bis kurz vor Ende des Buches. Zugegeben, es passierte nicht viel, und weniger zu sagen war kaum möglich, aber wozu las man das Buch noch, wenn man eh bereits wusste, was es mit dem Protagonisten, dem Mädchen und dem Feuer auf sich hat?

"Septimus Heap" ist derzeit auch so ein Titel, der mich ärgert. Ich lese das Buch gerade, es ist ganz nett. Aber irgendwie ist vom ersten Moment an die Luft draußen. Denn Sarahs Sohn Septimus stirbt bei der Geburt und wird von der Hebamme fortgebracht. Relativ zu Beginn des Buches taucht ein identitätsloser Waisenjunge auf, der die Hauptfiguren bis ans Ende des Buches begleitet. Ratet mal, wer das sein könnte? Warum muss das Buch gerade diesen Titel tragen? Und warum muss der Klappentext bereits im ersten Satz darauf hindeuten, dass der Sohn entführt wurde und etwas Besonderes ist?

Ich finde, mit einer solchen Taktik schneiden sich die Verleger ins eigene Fleisch. Es dürfte kein Problem sein, einen anderen Klappentext zu formulieren und den Titel eines Buches abzuändern. Es mag ja sein, dass das Buch eine Trilogie ist und Septimus die Hauptperson des zweiten und dritten Teiles ist, aber es nimmt dem ersten Buch die Spannung. GRUMMEL !!!

SaschaSalamander 07.02.2006, 21.10

Kommentare hinzufügen

Die Kommentare werden redaktionell verwaltet und erscheinen erst nach Freischalten durch den Bloginhaber.



Kommentare zu diesem Beitrag

3. von Biene

Mein aktuelles Buch (Das Idol, R. Merle) hat mich auch gerade in diese Falle tappen lassen. Steht doch auf der Rückseite TATSÄCHLICH ... nein, ich verrat es Euch nicht ...
Ich lese es zwar jetzt trotzdem, aber mit dem Wissen, dass - da liest es sich irgendwie nur noch halb so spannend.

Biene

vom 09.02.2006, 18.51
Antwort von SaschaSalamander:

Oh, das ist ÄRGERLICH so etwas! Kann es gerade bestens nachvollziehen ;-)
2. von angelcurse

Klingt wie ein typischer Fall von Verlags-Faulheit ;) Ich hasse solche Klappentexte auch!! Übrigens: "Das Geheimnis des Kartenmachers" habe ich auch mal gelesen... naja, aber nicht zu Ende... :haeh: Aber ist es ein JUGENDBUCH!? (Für mich war es ein hist. Roman ^^). LG, Angelcurse

vom 08.02.2006, 17.51
Antwort von SaschaSalamander:

historischer Jugendroman, schätze ich *lach*
Lässt sich oft schwer trennen. Aber ich hätte es auch eher bei Jugend eingeordnet, denn die Hauptfigur ist ein Jugendlicher, das ist bei Erwachsenenromanen eher ungewöhnelich. Außerdem doch ein eher einfacher Schreibstil und nicht zu komplex im Aufbau, ...

1. von Mort

Der Autor hätte ja selber ein wenig dran denken können. Klar, wenn er schreibt, dann hat er einen Arbeitstitel, der vielleicht zum teil schon viele Informationen birgt. Aber Aufgabe des Lektorats ist es nun mal, dass Buch des Autors "zu verbessern".
Schreiben ist menschlich. Lektorieren göttlich.
Der Lektor ließt es ja selbst zum Anfang durch und merkt, as die Spannung ausmacht. Manchmal sind es nur kleine Spannungsbonbons. Manchmal kann so eine Kleinigkeit aber schon alles ausmachen.
Am liebsten mag ich immer noch diese schönen schlichten Titel, die rein gar nichts über den Inhalt ausdrücken wie "Der Steppenwolf", "Momo", "Carrie".

die Mort

vom 08.02.2006, 14.03
Antwort von SaschaSalamander:

Ebent, und solcherlei Lektoratsarbeit vermisse ich in letzter Zeit bei vielen Büchern ... solche einfachen Titel mag ich auch, das hat was :-)

Einträge ges.: 3515
ø pro Tag: 0,7
Kommentare: 2751
ø pro Eintrag: 0,8
Online seit dem: 21.04.2005
in Tagen: 5295
RSS 2.0 RDF 1.0 Atom 0.3