SaschaSalamander
RSS 2.0 RDF 1.0 Atom 0.3




Ausgewählter Beitrag

McDermid Abgekupfert

mcdermid_affaire_150.jpg"Echo einer Winternacht" war einer meiner ersten Krimis, und ich war begeistert. Außerdem las ich sehr ungern Romane von Autorinnen, und ValMcDermid war die erste Autorin nach langem, an die ich mich heranwagte. Und ich war begeistert. Von der Frau, und von ihrem Krimi. Es folgten dann ein paar Kathy Reichs, Higgins Clark, Jilliane Hoffmann, Sandra Brown und andere. Aber für mich ist und bleibt es eben Val McDermid. Was mir vor allem an "Echo einer Winternacht" gefiel: nicht soviel blutige Darstellung wie in den anderen Büchern. Die Fähigkeit, auch ohne große Action sehr viel Spannung zu erzeugen. Nun ja, spätestens in "Die Erfinder des Todes" durfte ich erfahren, dass sie sehr wohl blutig und grausam schreiben kann. Nagut, spannend waren die Sachen noch immer. Ich habe mir inzwischen auch Bücher von ihr gekauft, "ein Ort für die Ewigkeit" und "Abgekupfert", und in der Bücherei schnappe ich mir jedes nur greifbare Hörbuch. So fielen mir "Tödliche Affaire" und "Wen es trifft" in die Hände ... und Euch erwartet hier wieder eine Double Feature ;-)

Zuerst hörte ich "Tödliche Affaire". Ehrlich gesagt, die CD enttäuschte mich etwas. Zwei Kurzgeschichten, recht nett vorgetragen von Thomas Meinhardt. Aber irgendwie ohne Biss, fand ich. Die erste handelt von einem Schriftsteller, der die Geschichte in der Ich-Form erzählt. Er hat ein paar seltsame Gelüste und sucht sich auf recht umständliche Weise eine Schriftstellerin, deren Schreibstil ihm gefällt, deren sexuelle Anteile der Romane (Krimis soll sie schreiben) ihn erregen. Und der schreibt er dann ein Fanmail, macht sich langsam an sie heran, gewinnt ihr Vertrauen, bis sie sich endlich mit ihm trifft. Und dort lebt er seine Phantasie dann endlich aus. Wobei ich fand, dass das etwas arg einfallslos war *gähn*. Irgendwie hatte ich mir mehr davon versprochen, es kündigte sich ein kranker Psychopath an, geboten wurde dann ein 0815 Kleinstadtkiller.

Die zweite Geschichte handelt von einem Ganoven, der endlich zurück ins bürgerliche Leben möchte. Aber wie soll er das mit seinem Lebenslauf gestalten, wie die Lücken erklären? Und so beschreibt er in einem fiktiven Bewerbungsgespräch seinen Werdegang, bis er an den Punkt kommt, an dem sich das Blatt wendet: eine junge Anwältin will ihren Freundinnen zur Selbstjustiz gegen prügelnde Ehemänner unterstützen und braucht eine Art "Geldeintreiber", der den Männern in deren Sprache erklärt, was hier läuft ... notfalls auch mit Baseballschläger ... tja, und so einfach kann Geldverdienen sein ...

Ich war ehrlich gesagt recht enttäuscht. Von beiden Geschichten hatte ich mir mehr versprochen. Die erste begann spannend und endete kurz vor dem sprichwörtlichen Höhepunkt abrupt einfallslos, die zweite zog sich eine halbe CD lang hin, bevor sie dann endlich zum Punkt kam. Schade. Ich kenne McDermid eigentlich besser.

Dann die andere CD: "Wen es trifft und Wer den Wagen ins Rollen bringt". Gesprochen von Eva Gosciewicz, ich mag ihre Stimme. Aber ich werde die CD nicht hören, denn ich habe festgestellt, dass ich die Geschichten bereits kenne: sie stammen aus "Abgekupfert". Ich habe die Angewohnheit, Bücher mit Kurzgeschichten nicht von vorne bis hinten zu lesen, sondern je nach Lust und Laune hier und da mal eine Geschichte herauszupicken. Daher kannte ich die Geschichten der ersten CD noch nicht. Aber als ich den Klappentext zu "wen es trifft" las, wusste ich es sofort. Wollen die Macher nun also wirklich Geld verdienen, indem sie jeweils zwei Kurzgeschichten der Autorin auf CD packen, bis das Buch durch ist? Ehrlich gesagt, da halte ich die 2,99 für dieses kleine Büchlein (meist als Mängelexemplar in Läden günstigst erhältlich) besser angelegt als in den CDs. Die Sprecher sind nett, aber keine Weltklasse. Und wenn sich die Story wie in der Geschichte mit dem Kleinganoven zu lange hinzieht, kann man auch mal überfliegen. Eine CD enthält 2 Geschichten und kostet 8 Euro, das Büchlein enthält 11 Geschichten und kostet 3 Euro ...

mcdermid_trifft_150.jpgDoch, zum Selbstlesen sind die Kurzgeschichten sehr gut geeignet. Ich stöbere gerne in diesem Büchlein und lese heute mal die eine und in ein paar Wochen die nächste. Aber das Geld für die Hörbücher dazu würde ich nicht ausgeben. Mein Tipp: besorgt Euch das Buch bei >Tauschticket<, genießt die Geschichten ein kleinen gemütlichen Dosen vorm Schlafengehen. Es gibt Hörbücher, in die man sein Geld sinnvoller investiert ;-)

SaschaSalamander 02.07.2007, 09.49

Kommentare hinzufügen

Die Kommentare werden redaktionell verwaltet und erscheinen erst nach Freischalten durch den Bloginhaber.



Kein Kommentar zu diesem Beitrag vorhanden



 






Einträge ges.: 3480
ø pro Tag: 0,7
Kommentare: 2749
ø pro Eintrag: 0,8
Online seit dem: 21.04.2005
in Tagen: 5177