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Lady Bedfort 48 - die Sorgen des Mr Bloom

bedfort_48bloom_1.jpgINHALT

In der nunmehr 48ten Folge geht es wieder einmal um einen Mord. Ein Apotheker liegt tot in seinen Verkaufsräumen. Während Gomery und Miller den Tatort untersuchen, tritt wie zufällig wieder einmal Lady Bedfort mitten in das Geschehen und beginnt auf eigene Faust zu ermitteln. Was verbirgt der Arzt, mit dem der Apotheker schon häufiger Streit hatte? Warum wurde außer Morphium nichts gestohlen? Es fehlte am Vortag Geld in der Kasse, das jetzt auf einmal wieder da ist? Und wer ist das alte Ehepaar, das anfangs so gar nicht in die Handlung zu passen scheint?


EINE KLASSISCHE FOLGE

Die aktuelle Folge ist, nachdem 46 und 47 sich in Aufbau und Gestaltung etwas von der restlichen Serie abhoben, wieder ein ganz klassischer Fall. Lady Bedfort schnüffelt gegen den Willen Gomerys und mit der Unterstützung von Inspektor Miller fleißig an allen Orten, wo sie eigentlich nichts zu suchen hat. Und dabei erfährt sie eine Menge, was der Polizei entgeht, sodass sie ihre eigenen Schlüsse ziehen und wieder einmal im letzten Moment das Schlimmste verhindern kann. Vivien, Denham und Inspektor Miller sind ebenfalls wieder alle drei mit von der Partie. Wie gesagt: absolut klassisch, sowohl für Lady Bedfort als auch das Genre an sich. Da die Handlung für sich steht und kaum etwas aus dem Leben der einzelnen Protagonisten geschildert wird, eignet sich Folge 48 diesmal auch ideal für Neueinsteiger. Es ist keine Vorkenntnis über die Serie an sich erforderlich, unterscheidet sich von der ersten Folge jedoch deutlich durch die zunehmende Erfahrung, die seit inzwischen fast fünf Jahren bei der Umsetzung der Hörspielreihe gesammelt wurde.


VERDÄCHTIGE

Was mir diesmal besonders gefallen hatte: es gab mehrere Verdächtige, die infrage kamen, und es gab zwar viele Hinweise, doch viele davon führten in die Irre. Schon zu Beginn ahnt man sofort, wer es sein muss, doch kurz darauf richtet sich die Aufmerksamkeit auf eine andere Person. Auch die Frage, warum der Apotheker sterben musste, bleibt bis zum Schluss offen, die Frage nach dem Motiv ist ebenso drängend wie die Suche nach dem Mörder. Ich vermute, dass die meisten Hörer zwar die Richtung erahnen, aber wirklich auflösen wird es wahrscheinlich kaum jemand: zusehr drängen die Vermutungen in eine ähnliche aber falsche Richtung. Es hat mich gefreut, bis zum Ende im Dunkeln zu tappen.

Ein gelungener Kunstgriff sind die Episoden zwischen Rupert und Tilda Bloom. Natürlich weiß man sofort, dass sie etwas mit dem Mord zu tun haben. Aber waren sie Zeugen, Täter, Mitwisser oder auf ungewollte Weise Auslöser? Das alte Ehepaar macht diese Folge auf seine ganz eigene Weise zu etwas Besonderem, es ist köstlich, ihnen  zu lauschen, die Spannung zwischen den beiden Sprechern ist hervorragend umgesetzt worden.

SPRECHER

DIE SORGEN DES MR BLOOM ist eine Folge mit sehr vielen Sprechern. Und so darf man sich über drei neue Stimmen in der Serie freuen: Franziska Troeger übernimmt die Rolle der alten, keifenden Tilda Bloom gekonnt unsympathisch, es macht Spaß ihr zuzuhören. Jaqueline Svilarow spricht die junge Angestellte hervorragend, sowohl den naiven Part als auch ihre andere Seite. Und mit Tobias Kluckert tritt nun einer der Söhne von Jürgen Kluckert (Tim Denham) auf, auch er spielt gekonnt zwielichtig und undurchschaubar.

Abgesehen von den Sprechern der Stammrollen gibt es zwei bekannte Stimmen, die wieder eingesetzt wurden: Peter Weis kennt man bereits aus drei anderen Folgen, Oliver Feld war bisher erst zwei mal zu hören, und auch sie spielen ihre Rollen glaubwürdig.


MUSIK

Der helle, freundliche Klang sagt mir sehr zu, lockert die oft tragischen Geschichten etwas auf. Doch auch bedrohliche Parts werden eingespielt, in dieser Folge durch Variationen des Themas >Dies Irae<. Im Booklet beschreibt Dennis Rohling, wie es dazu kam, ich fand die Entstehungsgeschichte sehr interessant, und nachdem ich weiter dazu recherchiert hatte und mir auch andere Variationen des Themas angehört hatte, habe ich seit gestern Mittag einen ziemlich fiesen Ohrwurm, der nicht mehr gehen will. >Dies< ist der Song, der Dennis inspirierte.

Es gefällt mir, wenn man durch das Booklet auf Dinge aufmerksam gemacht wird, die sonst eher untergehen. Man neigt als Hörer dazu, weniger auf Sprecher, Autoren oder Musik einer Reihe zu achten, doch durch einzelne Hinweise und Goodies wird das Hörspiel lebendiger, achtet man stärker auf einzelne Details. Und gerade Musik ist etwas, das meist zu wenig Beachtung erhält in Hörspielen und hier immer wieder hervorgehoben wird.


FAZIT

DIE SORGEN DES MR BLOOM ist eine Folge im klassischen Stil, die jedoch durch die Vielzahl an Verdächtigen, die parallele Handlung des alten Ehepaares und die bis zum Schluss unklare Auflösung überzeugt. Auch die neuen Sprecher fügen sich in die bestehenden Rollen ein und lassen auf weitere Auftritte hoffen. Wieder einmal bester Hörgenuss für alle Fans und Neueinsteiger der Serie. 

SaschaSalamander 31.01.2012, 08.55

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