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Lady Bedfort 46 und der panische Maler

Vivien erhält einen Anruf von ihrem alten Studienfreund Norris Denton, der sie um Hilfe bittet. Irritiert macht Vivien sich auf den Weg, sie ahnt nicht, welche Gefahr ihr droht. Lady Bedfort beginnt sich zu sorgen, dass ihre Nichte sich plötzlich nicht mehr meldet und drängt Inspektor Gomery, mit ihr zusammen auf die Suche nach Vivien zu gehen, denn irgendetwas Schlimmes muss geschehen sein!

LADY BEDFORT 47 - DER PANISCHE MALER ist in zweierlei Hinsicht eine besondere Folge: zum einen gibt es ein Booklet, zum anderen ist es ein Kammerspiel.

Das Booklet beinhaltet interessante Hintergründe über die Entstehung der aktuellen Folge hinsichtlich Autor, Musik, Sprecher und die Kulisse Nordengland. Auch wird beschrieben, welche Schwierigkeiten aber auch Möglichkeiten es mit sich bringt, ein Kammerspiel zu inszenieren. Ich finde die Idee mit dem Booklet klasse und hoffe, dass es fortgeführt wird in den späteren Folgen, denn die Zusatzinfos machen den Inhalt lebendiger, verbinden Hörer und Verlag und lassen den Kunden teilhaben am Geschehen hinter den Kulissen, man fühlt sich persönlich angesprochen.

Dann das Kammerspiel: Ein Kammerspiel ist ein Stück mit nur sehr wenigen Charakteren auf kleinem Raum. In diesem Fall sind das lediglich Lady Bedfort, Vivien, Inspektor Gomery sowie der Maler Norris Denton und seine Schwester Ashley. Dies bietet ausreichend Möglichkeit zur Charakterentwicklung, spannende Dialoge und eine dichte Handlung, auf der anderen Seite ist es eine besondere Herausforderung an den Verlag, denn jeder Dialog muss sitzen, die Charaktere müssen perfekt überarbeitet sein, es gibt kaum etwas, womit man einen Fehler "kaschieren" könnte.

Wie beim Hörplanet nicht anders zu erwarten, ist dieses Projekt sehr gut gelungen. Besonders Inspektor Gomery und die Lady sind ein besonderes Schmankerl für treue Hörer, die um das angespannte Verhältnis der beiden wissen. Trotzdem geht es nicht anders, sie müssen zusammenarbeiten, und dabei können sich beide ihre Kommentare nicht verkneifen, natürlich immer hübsch gesittet, wie es sich für einen Polizisten und eine Lady gehört, dafür mit spitzer Zunge und jeder Menge Ironie, allein die Wortgefechte zwischen den beiden sind bereits ein großer Pluspunkt.

Christine Pappert und Martin Kautz sind zwei neue Sprecher, die sich sehr gut der restlichen Crew einfügen prima Arbeit leisten. Sie haben sehr schwierige Rollen, denn die wahren Motive des Malers und seiner Schwester bleiben bis kurz vor Ende im Dunkeln, sie müssen in dieser Folge mehrere Facetten ihrer Persönlichkeit spielen lassen und zeigen, was sie von der Bandbreite "sympathisch" bis "wahnsinnig" so auf dem Kasten haben. Der Hörer fragt sich, ob Norris krank ist, ob er ein bedrohtes Opfer, oder ob er krimninell ist, oder vielleicht alles zusammen? Was steckt hinter seinem angeblichen Wahnsinn? Und warum will Ashley Vivien unbedingt vom Grundstück vertreiben, ist es wie sie vorgibt reine Sorge des wahnsinnigen Bruders wegen, oder steckt doch etwas anderes dahinter? Es gibt mehrere Twists, und der Autor Marc Freund hat diesmal alles herausgeholt, was in diesen 57 Minuten mit dieser Besetzung möglich war.

Die Atmosphäre ist sehr düster, mas man sonst bei Lady Bedfort eher nicht gewohnt ist. Immer wieder einmal gerät jemand in Gefahr und geht es um ein Verbrechen. Doch durch die dichte Handlung und das enge Aufeinandertreffen der lediglich fünf Personen gibt es weniger Wechsel im Schnitt und in der Kulisse, ist das Geschehen umso intensiver. Auch die Musik unterstreicht die schaurige Stimmung, bleibt angenehm im Hintergrund. Eigentlich viel zu schade dafür, gerade in dieser Folge, und ich wünsche mir bald eine Soundtrack-CD mit den schönsten Melodien, um sie z.B. für als Untermalung für einen spannenden Spieleabend zu hören.

Für Neueinsteiger ist Folge 46 - DER PANISCHE MALER nicht zu empfehlen, da man die Charaktere kennen sollte, um das Hörspiel komplett zu genießen, aber für Fans ist es dieses Mal etwas ganz Besonderes, ein kleines Highlight und für mich persönlich eine der besten Folgen seit langem.

SaschaSalamander 14.11.2011, 08.14

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