SaschaSalamander
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Ausgewählter Beitrag

Das Buch

CoverLeonie ist nicht gerade ein Büchernarr. Ihre Familie ist seit Generationen im Besitz einer Buchhandlung, und sie hat keinerlei Interesse, diese weiterzuführen. Beim Vorstellungsgespräch in einer Büchereit hat Leonie ein seltsames Erlebnis. Und kurz darauf verstirbt ihre Großmutter bei einem schlimmen Flugzeugunglück. Eigentlich sollte Leonie gemäß der Tradition die nächste Erbin der Buchhandlung sein, doch es ist zu spät. Die Tradition wurde gebrochen, die Buchhandlung fällt in die Hände ihrer Mutter, und das Schicksal nimmt seinen Lauf: die Ereignisse eines Menschenlebens sind jeweils in einem eigenen Lebensbuch aufgeschrieben, und nur die kleinste Änderung würde schlimmste Ausmaße annehmen. Nur der rechtmäßige Besitzer ist berechtigt, die Wache über jene Bücher zu halten. Doch Leonies Mutter hat im Gegensatz zu ihrer Tochter nicht "die Gabe", sie ist keine Hüterin. Und es geschieht, was geschehen muss: die Wirklichkeit wird verändert. Leonie muss das Buch zurückholen und sich gegen ihren Vater stellen, wenn sie die Welt retten will!

Naja, das Buch ist nicht gerade sein bestes. Es klingt vielversprechend und bietet eine Menge Potential, wie eigentlich alles von Hohlbein. Und wie alle neueren Bücher ist auch dieses eher mittelmäßig. Ich verweise einfach auf meinen Baukasten >"Ich bastel mir einen W und H Hohlbein - Roman"< und die daraus resultierende >Zusammenfassung<.

Was ich dem Buch hoch anrechnen möchte: es ist ausnahmsweise einmal ein wenig anders gestrickt (obwohl die Grundthemen und die Grundsturktur nach wie vor dieselben sind). Die gängigen Klischees bleiben alle erhalten. Aber dafür sind die Wiederholungen dieses Mal Teil des Inhaltes anstatt nur schlechte Technik des Autors. Immer, wenn es nicht so läuft, wie Leonies Vater es für richtig hält, wird die Wirklichkeit geändert. Und während sie anfangs Gedächtnislücken hat, erinnert sich Leonie von Mal zu Mal besser an das, was tatsächlich vorgefallen ist.

Aber das große Manko: dieser Roman hätte um mindestens ein Drittel oder mehr gekürzt werden können. Die Szenen sind, wie in letzter Zeit ständig bei Hohlbein, breitgetreten und zäh wie Kaugummi. Aus Spannung wird gähnende Langeweile, ich habe sehr viele Momente einfach überblättert. Sobald es eigentlich Exitus wäre, zückt Leonies Vater den Stift, und - schwupps! - setzt die Geschichte an einer früheren Stelle des Geschehens ein. Bis letzendlich die Schleife wieder ganz am Anfang mündet und sich alles wieder zusammenfügt. Die Welt ist gerettet. Und ein Spoiler war diese Aussage gerade wirklich nicht ;-)

Ich frage mich oft, ob Hohlbein wirklich soviel schlechter wurde, oder ob es einfach nur die Gewohnheit ist. Irgendwann kennt man seine Werke, und er schreibt immer dasselbe, als Fan erlebt man nichts wirklich Neues. Bald werde ich wieder einmal mein Lieblingsbuch von ihm lesen, den Greif, und dann bin ich gespannt: werde ich es als ebenso hirnrissig und platt empfinden wie seine neuen Werke, oder hatten die alten tatsächlich "mehr Pep", bessere Sprüche und eine spannendere Handlung?

SaschaSalamander 22.10.2005, 16.38

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Kommentare zu diesem Beitrag

1. von Tina

Also ich fand "Der Greif" auch beim 2. und 3. Mal lesen noch sehr gut und fesselnd (ja das ist auch mein Lieblingsbuch von Hohlbein :zwinker: ) wohingegen ich die neueren Bücher von Hohlbein immer schlechter finde - von daher behaupte ich mal, dass Hohlbein schlechter geworden ist...

vom 22.10.2005, 20.40
Antwort von SaschaSalamander:

ich hab den greif schon drei- oder viermal gelesen etwa, immer wieder genial! demnächst lese ich ihn nochmal, ... bin mal gespannt :-)


 






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