SaschaSalamander
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Das Buch der toten Tage

sedgwick_totetage_1.jpgEnglischer Schauerroman, Gothic Novel, Young Adult, wie immer man es nennen mag, wo auch immer man dieses Buch einordnet, ich lese Titel wie diesen gerne. Dieses Buch versprach mir alles, was ein spannender Roman bieten konnte.

Klappentext:
Boy ist Assistens des Magiers und Illusionisten Valerian. Schon immer war Valerian finster, launisch und böse. Doch in letzter Zeit wird es schlimmer. Boy ahnt, es muss etwas geben, was Valerian Angst macht. Und er hat Recht: ...

hier beende ich den Klappentext, denn im Grunde ist es schon ein Spoiler, der erst im Laufe des Buches offenbar wird. Das Buch spielt "zwischen den Tagen", also zwischen Weihnachten und Neujahr. Zu dieser Zeit habe ich es auch gelesen, fand das passend und habe mich seit über einem Jahr darauf gefreut. Man sollte aber nicht zu lange warten und Hoffnungen in ein Buch setzen, man könnte enttäuscht werden.

Für einen Jugendroman ist es recht schaurig, und gerade jüngere Kids dürften sich ziemlich wohlig gruseln, für manche könnten einige Szenen vielleicht sogar schon etwas zu heftig sein. Der Autor vermag die Atmosphäre der Stadt sehr schön einzufangen. Allerdings empfand ich das stellenweise schon als etwas zuviel, habe gelegentlich überlesen, weil zuviel Text rein um Atmosphäre ging, während die Handlung kaum vorangetrieben wurde. Da man aufgrund des Klappentextes bereits weiß, was kommen wird, fehlt somit auch ein Teil der Spannung.

Die Charaktere fand ich sehr archetypisch und wenig überraschend. Nett ausgearbeitet, keine Meisterleitung, aber ganz okay.

Die Handlung kommt eher schwerlich in die Gänge. Als es nach einer blutigen Szene dann zum Aufeinandertreffen aller Beteiligten kommt, geht es recht rasant weiter. Immer wieder heißt es "später" oder "bald erkläre ich alles", doch Erklärungen folgen keine, obwohl hier und da einige Andeutungen gemacht werden.

Und dann - zack - aus - Ende. Auf sehr wenigen Seiten plötzlich steuert der Autor auf den Abgrund zu, beendet seine Geschichte. Mit einer Erklärung, die mehr Fragen aufwirft als zu beantworten. Gravierende Elemente der Geschichte bleiben offen und werden nicht aufgeklärt, ja es stellt sich sogar die Frage, ob und inwieweit einzelne Vorfälle nun überhaupt mit dem roten Faden des Buches zu tun hatten oder einfach nur "Kulisse" waren. Die Auflösung selbst wirkt sehr lieblos und geschludert, als hätte der Autor keine wirkliche Idee gehabt. Es ist kein offenes, sondern ein unfertiges Ende, und ich fühlte mich um meine Lesezeit betrogen.

Schade, denn die Grundidee war sehr schön. Die Kulisse war märchenhaft. Der Schreibstil des Autors ist bis auf ein paar Längen sehr malerisch. Gerne hätte ich mich komplett auf das Buch eingelassen. Doch zu ausgiebige Beschreibung der Atmosphäre, mangelnde Ausführung der Handlung, zu stereotyische Verhaltensweisen der Protagonisten - das sorgt leider nur für ein enttäuschtes "seufz". Ich hätte dieses Buch wirklich gerne gemocht ...

Fazit: 5 von 10 grüne Nebelschwaden

SaschaSalamander 08.01.2013, 08.42

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