SaschaSalamander
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Ausgewählter Beitrag

Bartimäus und das Amulett von Samarkand

CoverInzwischen "sammle" ich einige Rezensionen, um etwa zwei bis drei davon pro Woche zu veröffentlichen. Was darüber hinausgeht, spare ich an für Zeiten, in denen ich weniger Zeit zum Lesen und Schreiben habe. Derzeit quillt mein Regal vor spannenden Büchern über, und als nächstes liegt "Bartimäus II - das Auge des Golem" vor mir. Bevor ich das lese, möchte ich Euch dann doch meine Gedanken zum ersten Teil der Reihe vorstellen :-)

Nathanael ist der Zauberlehrling eines minderbemittelten, egoistischen und ziemlich gleichgültigen Magiers. Aber im Gegensatz zu seinem Meister saugt Nathanael das Wissen auf wie einen Schwamm. Als er zum ersten Mal nach vielen Jahren endlich unter Aufsicht einen kleinen Krötendämon herbeizaubern darf, hat er schon längst heimlich einen mächtigen Dschinn der 14. Ebene beschworen. Bartimäus, wie dieser Dschinn heißt, soll ihm das Amulett von Samarkand stehlen, denn Nathanael möchte sich an dem Besitzer des Amulettes für eine vergangene Demütigung rächen. Aber er konnte ja auch nicht ahnen, in welches Spiel um Macht und Magie er da hineingeraten würde!

Das Buch wechselt in der Erzählung zwischen dem unbeteiligten Erzähler, der von Nathanael berichtet und Bartimäus Gedanken in der Ich-Form. Während die Geschichte um Nathanael vor allem die Handlung vorantreibt, sorgt Bartimäus für eine Menge Humor und Ironie. Über mangelndes Selbstbewusstsein kann dieser Dschinn beileibe nicht klagen, nur zu gerne prahlt er damit, was er alles schon erreicht hat. Und jammert darüber, dass dieser kleine Niemand einen so machtvollen Dschinn wie ihn beschwören konnte. Immer wieder sucht er eine Möglichkeit, seinem Meister einen Strick zu drehen, sich ihm zu entwinden, aber Nathanael hat an alles gedacht. Zwischen den beiden entwickelt sich eine Art Hassliebe, sie retten sich gegenseitig das Leben, um es sich anschließend wieder unnötig schwer zu machen.

Das Buch strotz nur so vor intelligenten Einfällen, kniffligen Tricks und einer ordentlichen Portion schwarzem Humor. Man kann Bartimäus einfach nicht böse sein, auch wenn er seinem Meister noch sosehr alle Teufel und Dämonen der Hölle an den Hals und ihm einen möglichst grauenvollen Tod wünscht. Irgendwie ist er doch liebenswert, man kann seinen Frust gut nachvollziehen. Außerdem ist Nathanael, der picklige, hässliche, unscheinbare Jugendliche, auch nicht gerade ohne. Er hat mit allen fiesen Finten des Dschinns gerechnet ist gegen (fast) alles gewappnet. Nicht ohne Grund erfüllt Bartimäus treu seinen Dienst, denn im Falle des Nichterfüllens hat sich Nathanael ziemlich gemeine Sanktionen ausgedacht.

Bartimäus ist ein Buch, das wieder einmal etwas Neues auf den Markt brachte. Die abwechselnden Erzählperspektiven kamen schon vor, sind aber nicht allzu häufig. Und dass ein pickelgesichtiger Rotzbalg einen hochmächtigen Dschinn beschwört, eine Verschwörung aufdeckt und trotzdem keine Ehre bekommt, das ist mal etwas anderes. Gut, Zauberlehrlinge, sonderbegabte Schüler und Meisterdiebe machen sich in den letzten Jahren immer beliebter in der Jugendliteratur, aber Bartimäus und Nathanael sind wirklich etwas ganz Besonderes. Zwei solche unsympathischen (und deswegen erst so richtig sympathischen) Antihelden hat die Jugendliteratur bisher nicht gesehen! Wer Bücher wie Harry Potter, Charlie Bone, Artemis Fowl oder andere begabte Jugendliche mit einem Hang zu haarsträubenden Abenteuern mag, der wird "Bartimäus" bestimmt genauso in sein Herz schließen, auch wenn die Zielgruppe bei Bartimäus wohl ein klein wenig älter angesetzt werden kann.

SaschaSalamander 02.12.2005, 15.56

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Kommentare zu diesem Beitrag

2. von kleine Seele

Hi,

siheste ich wuste dir wird das Buch gefallen. Mir sind die beiden auch ans Herz gewachsen.

LG Kathrin

vom 04.12.2005, 17.49
Antwort von SaschaSalamander:

Ja, "ans Herz gewachsen" ist das richtige Wort, die beiden Hauptcharaktere, so unsympathisch sie manchmal sein mögen, finden einfach den Weg ins Herz des Lesers *smile*
1. von Tina

Danke für die Rezension, ich stand schon zwei Mal im Buchladen vor diesem Buch und hab mich nicht ganz getraut es mitzunehmen ;o).

vom 02.12.2005, 18.56
Antwort von SaschaSalamander:

Doch, Bartimäus lohnt sich auf jeden Fall, der Stil ist einfach köstlich, ist mal ein ungewöhnliches Buch ...


 






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